https://www.n-tv.de/sport/Genie-Magnus-Carlsen-loest-Krieg-in-der-Schach-Welt-aus-id30699714.htmlDarum geht's: Vor wenigen Tagen gab "TakeTakeTake" eine Zusammenarbeit mit der kostenlos zu nutzenden Online-Plattform "Lichess" bekannt, sowas wie dem kleinen Bruder von Marktführer "chess.com". Dahinter steckt ein strategischer Kurswechsel von "TakeTakeTake", das neben der Analyse und Übertragung von Schach-Partien und der Content Creation nun auch aktiv in das Spielerlebnis einsteigen will. Bei "TakeTakeTake", so das neue Ziel, soll nicht mehr nur zugeschaut, sondern auch gespielt werden.
Das wiederum schmeckt "chess.com" überhaupt nicht. Das US-amerikanische Unternehmen beansprucht das Online-Monopol mehr oder minder für sich. Dafür hat man in den vergangenen Jahren viel Geld investiert, unter anderem in die "Play Magnus Group", hinter der ebenfalls Carlsen steckte und die von "chess.com" im Jahr 2022 für 80 Millionen US-Dollar gekauft wurde. Im Gegenzug wurde der Norweger vertraglich als Botschafter akquiriert. An dieser Stelle wird es delikat.
Zu einem weiteren Aufreger kam es am Dienstag. Dort übertrug "TakeTakeTake" das wichtigste wöchentliche "chess.com"-Online-Turnier "Titled Tuesday". Mitten im Turnier gingen plötzlich die Lichter aus. "Chess.com" hat die Übertragungspartnerschaft mit TakeTakeTake leider mit sofortiger Wirkung beendet", hieß es auf einem Banner, das eingeblendet wurde.
Heidi Roneid, die das Online-Turnier für den norwegischen Pay-TV-Sender "Verdens Gang+" kommentierte, sieht nach diesem Schritt schon jetzt einen Sturm aufziehen. "Jetzt gibt es einen Krieg in der Schach-Welt", meinte sie martialisch. In ihren Augen spricht es Bände, dass "chess.com" und "TakeTakeTake" ihren Disput öffentlich gemacht haben.