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Up Topic Hauptforen / CSS-Forum / Ab heute Chess960 in Deutschland mit Carlsen und Keymer
- - By Stefan Pohl Date 2024-02-09 08:12 Edited 2024-02-09 08:36 Upvotes 1
Einladungsturnier Chess960 in Deutschland:  "FRESSTYLE CHESS G.O.A.T. CHALLENGE"

Mit-Verantstalter ist Magnus Carlsen. Absolute Top Besetzung. Und (ungewöhnlich für Chess960) klassische Turnierbedenkzeit...

Es nehmen teil:
Magnus Carlsen
Fabiano Caruana
Ding Liren
Alireza Firouzja
Vincent Keymer
Nodirbek Abdusattorov
D. Gukesh
Levon Aronian

Website der Veranstaltung:
https://www.freestyle-chess.com/de/

https://youtu.be/ew3MI1AnzH0?si=lo5GUATFeis2rL1L
(Bericht ab ca. 30 Sekunden, bis 5min20sec)

„Mit diesem Format wird für mich ein Traum wahr”, sagt Magnus Carlsen. “Ich habe mir seit langem einen Wettbewerb gewünscht, in dem Schach960 mit klassischer Bedenkzeit in einem Turnier auf allerhöchstem Niveau gespielt wird.”

TheBigGreek wird auch vor Ort sein und berichten. GM Huschenbeth wird sogar live kommentieren.

Start heute ab 12:50, live auf youtube.
https://www.youtube.com/live/rou1vp3Ige0?si=1g0BpPtk3L9t-SHE

Bevor jemand fragt: Die Vorrunde ist noch Schnellschach, erst danach ist klassische Bedenkzeit angesagt.

Playoff: Rapid 25 Minuten für die Partie + 10 Sekunden pro Zug (für Schnellschach (Rapid) ist das auch schon recht viel Bedenkzeit)
Viertel-, Halbfinale und Finale: Standard 90 min/40 Züge + 30 min – Rest der Partie zusätzlich 30 s pro Zug

Interessanterweise gibt es bei der klassischen Bedenkzeit kein Inkrement bis Zug 40, das verspricht trotz der langen Bedenkzeit auch echte Zeitnot-Dramen...

Also ich freue mich sehr, auch darüber, daß so ein tolles Turnier in Deutschland stattfindet. Das Preisgeld ist auch ordentlich (für Schach-Verhältnisse, wir sind hier nicht beim Tennis oder beim Golfen):
Das Preisgeld beträgt 200.000 Dollar, davon 60.000 für den Sieger.

Gleichzeitig ist dieses Turnier natürlich auch eine Vorbereitung auf die demnächst startende FIDE World Fischer Random Championship: 19.02.-25.02.
(Allerdings finde ich zu diesem Turnier nichts Aktuelles im Netz... Ob und wo das also wirklich stattfindet, weiß ich leider nicht. Wer da mehr weiß, darf mich gerne erhellen)
Parent - - By Stefan Pohl Date 2024-02-09 12:42 Edited 2024-02-09 12:45
https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html

Zitat:

Seit Jahren liegt Carlsen mit dem Weltschachverband FIDE im Clinch. Der Norweger wünscht sich einen schnelleren, anderen Modus für die Weltmeisterschaft, wo wochenlang Partien mit einer langen Bedenkzeit ausgetragen werden.
An der Ostsee gibt es nun die von ihm gewünschte Mischung aus kurzer und langer Bedenkzeit. Auch sonst läuft vieles anders als sonst. Alle Spieler tragen während der Spiele Uhren, um den Puls zu messen. Ob dieser bei einem Patzer, im Schach "Blunder" genannt, auf 180 hochschnellt?
Die Partien werden von der Schönheitskönigin aus Angola ausgelost, die Buettner ebenfalls hat einfliegen lassen. Er hat für das Turnier laut eigener Auskunft mehr als eine Million Euro investiert.
Außerdem gibt es eine "Confession Box", eine kleine abgeschottete Kabine, in der die Spieler während der Partien Kontakt mit den Zuschauern an den Bildschirmen aufnehmen können - um diese an den eigenen Gedanken teilhaben zu lassen, auf eigene Fehler oder einen Patzer vom Gegner hinzuweisen. Eine vielversprechende Idee, die es vor vielen Jahren schon einmal bei Turnieren gab, die anschließend aber unerklärlicherweise nie wieder aufgegriffen wurde.
20 Millionen Menschen sollen erreicht werden. Turnierdirektor Buettner findet es "traurig", wie Schachturniere in der Öffentlichkeit bisher präsentiert werden. Nun will er, der es als Unternehmer mit dem Verkauf von AOL Europe früh zu einem Millionenvermögen gebracht hat, es selbst besser machen. Buettner hofft auf eine Reichweite von 20 Millionen Menschen bei seinem Turnier. Sollte das gelingen, kann er sich vorstellen, in weitere Turniere und das deutsche Schach zu investieren. Vielleicht findet sich an der Ostsee so auch noch ein neuer Sponsor für Toptalent Keymer, der schon länger Unterstützung sucht. Buettner möchte mit ihm das Gespräch suchen.
Parent - - By Kurt Utzinger Date 2024-02-09 14:39
Stefan Pohl schrieb:

<a class='ura' href='https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>
[...]

20 Millionen Menschen sollen erreicht werden. Turnierdirektor Buettner findet es "traurig", wie Schachturniere in der Öffentlichkeit bisher präsentiert werden. Nun will er, der es als Unternehmer mit dem Verkauf von AOL Europe früh zu einem Millionenvermögen gebracht hat, es selbst besser machen. Buettner hofft auf eine Reichweite von 20 Millionen Menschen bei seinem Turnier.


Zu den potenziellen 20 Millionen werde ich nicht gehören. Auch wird es dabei bleiben, dass
ich meiner Lebtage lang nie (mehr) eine Chess960 Partie spielen/anschauen werde. Mit dem
"normalen Schach" bin ich vollauf ausgelastet. Den ganzen Hype um Chess960 kann ich
schlicht nicht verstehen, muss ich aber auch nicht verstehen können.
Mfg
Kurt
Parent - - By Rainer Neuhäusler Date 2024-02-09 18:42
Kurt Utzinger schrieb:

Stefan Pohl schrieb:

<a class='ura' href='<a class='ura' href='https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>
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20 Millionen Menschen sollen erreicht werden. Turnierdirektor Buettner findet es "traurig", wie Schachturniere in der Öffentlichkeit bisher präsentiert werden. Nun will er, der es als Unternehmer mit dem Verkauf von AOL Europe früh zu einem Millionenvermögen gebracht hat, es selbst besser machen. Buettner hofft auf eine Reichweite von 20 Millionen Menschen bei seinem Turnier.


Zu den potenziellen 20 Millionen werde ich nicht gehören. Auch wird es dabei bleiben, dass
ich meiner Lebtage lang nie (mehr) eine Chess960 Partie spielen/anschauen werde. Mit dem
"normalen Schach" bin ich vollauf ausgelastet. Den ganzen Hype um Chess960 kann ich
schlicht nicht verstehen, muss ich aber auch nicht verstehen können.
Mfg
Kurt

Muss ja was dran sein, wenn Bobby Fisher sowas erfindet und die heutige Schachelite mitsamt King Carlsen sich dafür begeistert. Und jetzt auch noch dieses Mega-Event
Da bin ich wie Kurt stockkonservativ. Wenn ich ein Schachbrett vor mir habe und die Figuren stehen am falschen Platz, wähne ich mich im schlimmsten Albtraum. Die weisse Dame gehört für immer und ewig auf d1, wohin denn sonst?
Dann lieber gleich Märchenschach mit neuen Feldern, Figuren und Zugmöglichkeiten.

z.B.:
Von den 64 Feldern sind 4 kreisförmig. Kommt eine Figur darauf zu stehen, wird sie für einen Zug zum Golem und darf in jede Zugrichtung.
Der Zombie darf wie ein Springer, aber die Figur, die er schlägt, wird auch Zombie und darf nach drei Zügen wieder als Bauer aufs Brett. Wohin, dass wäre dann noch zu reglementieren.
Der Don Juan, darf laufen und springen, aber nur ziehen, wenn er seine Dame verteidigt oder die andere angreift.
Keine Dame mehr da, wird Don Juan durch den Mönch ersetzt, der nach einem Zug mindestens drei Züge pausieren muss.
Der Pythagoras-Läufer darf nur dann ziehen, wenn die Kathete auf der er steht, mit einer Hypotenuse ohne Figuren einhergeht.
Der weisse Wanderer schließlich beschreibt die Ausnahmesituation, dass ein Randbauer zur Umwandlung kommt und der Spieler entscheidet, ob das ganze Spiel einfriert und damit beendet ist. Eine sehr günstige Konstellation in Verluststellung !

Vielleicht wäre ein Herr der Ringe, - Harry Potter oder - Game of Thrones Schach  eher dazu angetan, das Interesse und die Einschaltquoten zu erhöhen.
Aber einfach mal abwarten was der Event bringt. Ist ja auch schon viel wert, wenn die Teilnehmer ihren Spaß damit haben. Ich schau lieber klassisch.
Parent - By Kurt Utzinger Date 2024-02-09 23:03
Rainer Neuhäusler schrieb:

Kurt Utzinger schrieb:

Stefan Pohl schrieb:

<a class='ura' href='<a class='ura' href='<a class='ura' href='https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>
[...]

20 Millionen Menschen sollen erreicht werden. Turnierdirektor Buettner findet es "traurig", wie Schachturniere in der Öffentlichkeit bisher präsentiert werden. Nun will er, der es als Unternehmer mit dem Verkauf von AOL Europe früh zu einem Millionenvermögen gebracht hat, es selbst besser machen. Buettner hofft auf eine Reichweite von 20 Millionen Menschen bei seinem Turnier.


Zu den potenziellen 20 Millionen werde ich nicht gehören. Auch wird es dabei bleiben, dass
ich meiner Lebtage lang nie (mehr) eine Chess960 Partie spielen/anschauen werde. Mit dem
"normalen Schach" bin ich vollauf ausgelastet. Den ganzen Hype um Chess960 kann ich
schlicht nicht verstehen, muss ich aber auch nicht verstehen können.
Mfg
Kurt

Muss ja was dran sein, wenn Bobby Fisher sowas erfindet und die heutige Schachelite mitsamt King Carlsen sich dafür begeistert. Und jetzt auch noch dieses Mega-Event


Es könnte etwas mit Geld zu tun haben.
Parent - - By Roland Riener Date 2024-02-10 09:58
Kurt Utzinger schrieb:

Zitat:
Mit dem "normalen Schach" bin ich vollauf ausgelastet.

Das ist so, wie wenn Marco Odermatt nur Abfahrt betreiben würde.
Parent - By Rainer Neuhäusler Date 2024-02-10 16:02 Upvotes 1
Roland Riener schrieb:

Kurt Utzinger schrieb:

Zitat:
Mit dem "normalen Schach" bin ich vollauf ausgelastet.

Das ist so, wie wenn Marco Odermatt nur Abfahrt betreiben würde.

Genau. Im alpinen Skisport werden bei Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom die Stangen umgesteckt und beim Fisherschach, Schach960 oder Freestyle Chess G.O.A.T. die Figuren. Ähnlicher geht's nimmer ; ) 

Schach und Intelligenz, ein ewiges und nicht unumstrittenes Thema. Wer kennt nicht die bekannte Definition des Wissenschaftlers, Psychologen und Pioniers der Intelligenzforschung William Stern:

"Intelligenz ist die personale Fähigkeit, sich unter zweckmäßiger Verfügung über Denkmittel auf neue Forderungen einzustellen”

Ist demnach Schach960 nicht auch ein hervorragendes Diagnostikum, der Intelligenz der Schachelite auf den Zahn zu fühlen? Kognitive Flexibilität, geistige Anpassungsfähigkeit ist gefragt. Hundertausenfach ins Hirn gebrannte Schachmuster auf neue Grundstellungen übertragen, das kann nicht jeder gleich gut. Ist der beste Spezialist auch der beste Allrounder?

Beim alpinen Skisport der Männer ist es derzeit so, daß Marco Odermatt der beste Allrounder ist, aber Cyprien Sarrazin der bessere Abfahrer.
.
Parent - By Max Siegfried Date 2024-02-12 14:54
[quote="Stefan Pohl"]
<a class='ura' href='https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html'>https://www.sportschau.de/schach/carlsen-keymer-welklasse-schach-ostsee-100.html</a>

Zitat:

Seit Jahren liegt Carlsen mit dem Weltschachverband FIDE im Clinch. Der Norweger wünscht sich einen schnelleren, anderen Modus für die Weltmeisterschaft

Kein Wunder.
Ein schnellerer Modus oder ein anderer Modus führt dazu das Magnus besser punktet.
Schließlich denkt er schon sein Leben lang, im Gegensatz zu den Anderen, 24 Stunden täglich über Schach nach.
Natürlich ist er dann 1. deutlich schneller in der Mustererkennung 2. ist die Wahrscheinlichkeit für den Gegner etwas geniales am Brett zu erfinden deutlich kleiner.
Bei langer Bedenkzeit ist das Problem immer das es weniger auf eine möglichst schnelle Mustererkennung ankommt, sondern vor allem auf das erfinden von einen genialen Plan im richtigen Moment.
Parent - - By Stefan Pohl Date 2024-02-20 10:41 Edited 2024-02-20 10:52
https://de.chessbase.com/post/ein-bemerkenswert-mutiges-turnier

Selbst Chessbase, deren Geschäftsmodell ja ganz wesentlich darin besteht, das Wissen über die normalen Eröffnungen zu kanalisieren und zu verarbeiten, hat einen bemerkenswert positiven Bericht online gestellt...
Obwohl Chess960 ihr Geschäftsmodell obsolet macht. Es steht sogar dieser bemerkenswerte Satz darin: "Alles atmete Respekt vor der Idee der Legende, das klassische Schach von der Diktatur des Auswendiglernens zu befreien." (die Legende meint natürlich Bobby Fischer). Das in einem Artikel auf der Chessbase Website zu lesen, finde ich schon sehr erstaunlich.
Sie hoffen wohl, daß Chess960 sich auch in Zukunft nur auf die absoluten Topspieler beschränkt. Das wäre auch zu hoffen, denn darunter braucht man es nicht.

Auf jeden Fall war das Event ein Mega-Erfolg. Die geplante Reichweite von 20 Mio Menschen wurde schon vor dem Finale mit 120 Mio versechsfacht!
Daher ist die Neuauflage im Februar 2025 schon beschlossen (von Carlsens Vater bestätigt!) und bereits in 2024 wird es so ein Event auch in Indien geben. Zeitpunkt noch unklar. Außerdem ist aufgrund des immensen Erfolges geplant (laut Buettner, dem Veranstalter), den Preisgeldtopf schon beim nächsten Event von 200000 auf 1 Mio zu erhöhen (!) - damit wäre das dann der höchsten Preisfonds, abgesehen von der klassischen WM... Auch sollen nächstes Mal auch 4 Frauen einen eigenen Wettkampf spielen.
Buettner will durch das Megapreisgeld auch erreichen, daß die kommende Freestyle-Tour (es soll ja auch nach Südafrika und Südamerika und USA etc. gehen) das neue "Bread & Butter" für die Topspieler wird. Daß also die Topsspieler ggf. sogar andere, "normale" Turniere zugunsten der Freestyle-Tour absagen, nur damit sie mitspielen und eben ordentlich Kohle abgreifen können.

Ich kann das nur begrüßen. Je mehr Geld ins Schach als E-Sport gepumpt wird, desto besser, gerade auch für die Top-Spieler, damit diese gutes Geld verdienen können. Nicht jeder ist Multimillionär wie Carlsen oder Nakamura... Dazu passend auch diese Meldung: Zudem will Buettner sich jetzt auch zeitnah mit Vincent Keymer zusammensetzen, um ggf. sein neuer Haupstsponsor zu werden, damit unser Jahrhundert-Spieler endlich finaziell sorgenfrei als Schachspieler leben und arbeiten kann.
Endlich ein schwerreicher Unternehmer, der sich fürs Schach begeistert, aus Deutschland. Das finde ich super. Und überfällig!

https://youtu.be/KxqVl_ZbT0w?si=sEnG10pa07_g9-ze
Parent - - By Lothar Jung Date 2024-02-20 10:57
Konsequent weitergedacht sollte das auch für Engineturniere gelten.
Das wäre auch ein anderer Schritt die Remisquote zusenken.
Damit wäre die ellenlangen remisträchtigen Eröffnungsbücher obsolet.
Parent - By Olaf Jenkner Date 2024-02-20 11:21
Es ist kein Problem, 960 Eröffnungsbücher automatisch erstellen zu lassen.
Parent - - By Andreas Matthies Date 2024-02-20 11:26
Lothar Jung schrieb:

Konsequent weitergedacht sollte das auch für Engineturniere gelten.
Das wäre auch ein anderer Schritt die Remisquote zusenken.
Damit wäre die ellenlangen remisträchtigen Eröffnungsbücher obsolet.

Bezieht sich diese Aussage auf den Modus FRC/Chess960?
Beim TCEC werden schon seit langer Zeit auch FRC Turniere gespielt, aber auch dort hat sich zumindest bei Spielen ohne Eröffnungsbücher relativ schnell eine sehr hohe Remis-Quote eingestellt.
Z.B. betrug sie in der FRC4 Semileague 2 satte 94%: https://tcec-chess.com/#div=frc4sl2&game=1&season=21

Deshalb werden auch dort inzwischen kurze Eröffnungsbücher, üblicherweise aus zwei Halbzügen eingesetzt, die ein entsprechendes Ungleichgewicht auf das Brett bringen.
Außerdem wird inzwischen auch DFRC gespielt, also die asymmetrische Variante von FRC, wo es eine entsprechende Auswahl von Grundpositionen mit Ungleichgewicht gibt.

Grüße, Andreas
Parent - By Lothar Jung Date 2024-02-20 11:42
Danke, das wusste ich nicht.
Parent - By Stefan Pohl Date 2024-02-21 07:24
Andreas Matthies schrieb:

Lothar Jung schrieb:

Konsequent weitergedacht sollte das auch für Engineturniere gelten.
Das wäre auch ein anderer Schritt die Remisquote zusenken.
Damit wäre die ellenlangen remisträchtigen Eröffnungsbücher obsolet.

Bezieht sich diese Aussage auf den Modus FRC/Chess960?
Beim TCEC werden schon seit langer Zeit auch FRC Turniere gespielt, aber auch dort hat sich zumindest bei Spielen ohne Eröffnungsbücher relativ schnell eine sehr hohe Remis-Quote eingestellt.
Z.B. betrug sie in der FRC4 Semileague 2 satte 94%: <a class='ura' href='https://tcec-chess.com/#div=frc4sl2&game=1&season=21'>https://tcec-chess.com/#div=frc4sl2&game=1&season=21</a>

Deshalb werden auch dort inzwischen kurze Eröffnungsbücher, üblicherweise aus zwei Halbzügen eingesetzt, die ein entsprechendes Ungleichgewicht auf das Brett bringen.
Außerdem wird inzwischen auch DFRC gespielt, also die asymmetrische Variante von FRC, wo es eine entsprechende Auswahl von Grundpositionen mit Ungleichgewicht gibt.

Grüße, Andreas


Zudem gibt es diese CCRL-Liste:
https://www.computerchess.org.uk/ccrl/Chess324/index.html

Dort wird mit meinen (unbalanced) Chess324 Eröffnungen gespielt: "Thanks to Stefan Pohl at SPCC for the excellent unbalanced 3-move Chess324 book used in this tournament Chess324_xxl_big_+090_+119"

Diese sind Teil meines großen AntiDraw-Eröffnungs Downloads:
https://www.sp-cc.de/anti-draw-openings.htm

Chess 324 ist ja eine Unterform von DFRC.

Von meiner Website:
Chess324 64x / xxl: Chess324 is a subset of DFRC, with kings and rooks on their "normal" positions of classical chess (kings e1/e8, rooks a1,h1/a8,h8). So, in Chess324 no special chess-rules (castling-moves!) are needed. DFRC is FischerRandomChess (also known as Chess960) but including non-symmetrical positions of the pieces of white and black...

Chess324 64x means: All Chess324 positions combined with 2 single-step pawn-plies (example 1.a3 c6 or 1.e3 h6 and so on): 64 of these 2 single-step pawn-plies are possible, so there are 324 * 64 = 20736 possible different openings for evaluating.
The testing results show, that the classical Chess324 opening set has a pretty high draw-rate. My Chess324 64x sets give white a measuerable advantage, so the draw-rate is much lower. And all of my openings sets have at least 500 lines, which is enough for a 1000 game head-to-head competition (the classical Chess324 set contains 324 lines, only). But, compared to other openings concepts, the Chess324 64x openings sets are pretty small, because I had only 20736 opening lines as raw-data for evaluating, which is a very small number, compared to the other opening concepts... Additionally, I tried to build Chess324 openings with NBC/NBSC (no castlings for black, see below). But unfortunately, this did not work: The draw-rates were quite good, but the Elo-spreading of the results were bad...

Chess324 xxl means: All Chess324 positions combined with 6 single-step pawn-plies. Example: 1. h3 h6 2. g3 d6 3. d3 b6... So more than 600000 different Chess324 openings were possible and evaluated!!! The Chess324 xxl sets are around 30x bigger than the Chess324 64x sets...
Parent - By Rainer Neuhäusler Date 2024-02-20 17:15 Edited 2024-02-20 18:13
Magnus The GOAT

Wie gut es im Moment für Magnus Carlsen läuft, dafür kann man eine lange Liste erstellen:
Weltmeisterbürde los, Bekanntheit, Popularität und Einfluß eher gestiegen, Weltranglistenerster in Standard, Rapid und Blitz, leidige Sache mit Hans Niemann befriedet, den Fotos und Videos zufolge in glücklicher Partnerschaft lebend.

Und jetzt dieses Freestyle G.O.A.T Challenge Turnier im herrschaftlichen Ambiente des „WEISSENHAUS Private Nature Luxury Resort“ . Magnus, der Gößte  a l l e r  Zeiten, wer will ihm diesen Titel  d e r z e i t  streitig machen. 
Sein Auftreten und seine Personalität muss nicht jedermanns Sache sein, ich mag andere lieber, doch für den Schachsport ist der 33-jährige Exweltmeister in der Tat Gold wert. Der Norweger bringt das Mäzenatentum in Schwung, auf das der Schachsport so sehr angewiesen ist. Wie im Fall des erfolgreichen und erfolgsgewohnten Unternehmers und Schachenthusiasten  J.H. Büttner, den Carlsen zu diesem Turnier inspirierte. Büttner will sein geliebtes Hobby Schach attraktiver, populärer und lukrativer gestalten und orientiert sich dabei am Formel-1 Zirkus, bei dem sich "95% der Berichte mit dem Drumherum beschäftigen und nur 5% mit dem eigentlichen Rennen. Warum nicht auch im Schach", meint er.

Für die Veranstalter und Teilnehmer war die Freestyle Chess G.O.A.T Challenge auf alle Fälle ein gelungenes Projekt, und für die Sch(F)achwelt auch, wie der ChessBase-Artikel nahe legt. Die viel gelobte positive Stimmung während des gesamten Turniers kam auch recht überzeugend in der Abschlussfeier zur Geltung. https://www.youtube.com/watch?v=HlC2q23YZR8 Weitere Termine im 960er Turnierschach sind geplant, die fünf Erstplatzierten sind bereits für das nächste Jahr qualifiziert. Dazu noch einige andere Projekte, wie im Artikel nachzulesen ist.

Die Veranstaltung hätte auch ruhig den Titel „Magnus Carlsen Freestyle Series“ tragen können.  Der Norweger fixierte den Turniertyp, die Bedenkzeit und die Teilnehmerliste.
Legt man die Weltrangliste im Standardschach zugrunde, dann fehlten im Kreise der Erlauchten Nakamura, Giri, Nepomniachtchi und Wesley So. Dafür aber eine starke junge Phalanx mit Abdusattorov, Firouzja, Gukesh und Keymer. Von  den älteren Haudegen holte sich Carlsen sich nur den Aronian.

Mag sich so mancher denken, kein Wunder, dass Carlsen das Turnier gewonnen hat, er hat es eben so gebacken, wie es ihm am besten schmeckt. Das wäre aber dann doch zu kurz gedacht, wie schon mehrfach erwähnt,  er ist einfach Numero Uno. Anfangs lief es auch gar nicht so gut für ihn, doch wie schon so oft, rollte er dann das Feld von hinten auf. Wenn er muß, gewinnt er. Wie ich es sehe, ist er auch seinem Naturell nach viel zu sehr Gamer, Hasardeur, Duellant, Wettkampfsportler, um sich in dieser unfairen Weise selbst zu bedienen. Er will keine Siege geschenkt.

Auch Caruana, dem Weltranglistenzweiten, macht im Schach960 mit langer Bedenkzeit niemand was vor, im Turnier belegte er den nämlichen Platz. Ein ausgesprochenes Freestyle-Genie war nicht auszumachen, dann schon eher ein Schlusslicht. Mit den ungewohnten Grundstellungen und dem freien Spiel in der Eröffnungsphase kam ausgerechnet Ding Liren, der Weltmeister, am wenigsten zurecht. Ich schätze, er wird alles daran setzen, dieses Manko wegzutrainieren.

Ob nun und welche bemerkenswerten Unterschiede zwischen Normalschach und Schach960 ausmachen waren, wird wohl jenen geläufig sein, die das Turnier und die Kommentare im einzelnen verfolgten. Was ich am Rande so mitbekam, es werden doch wesentlich mehr Fehler gemacht, wenn sich die Partien nicht aus den bekannten, studierten und auswendig gelernten Eröffnungen heraus entwickeln. Irgendwie selbsterklärend, andererseits macht das eben genau den Reiz des Freestyle Chess aus. 

Der Schachsport bringt es seinem Wesen nach mit sich, dass er in überwiegend sitzender Tätigkeit ausgeführt wird. Umso besser, wenn sich die Besten der Besten auch einmal in ihrer Gangart präsentieren und auf ihrem  kurzen Weg vom Appartement zum Turniersaal interessante Ausdrucksstudien ermöglichen. ChessBase India hat das auf YouTube verewigt:
https://www.youtube.com/watch?v=AcS6td98zvs&t=30s
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