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Up Topic Hauptforen / CSS-Forum / Frederic Friedel
- - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 09:51
https://meinsportpodcast.de/mixed-sport/menschenfaenger-frederic-friedel-125/
Parent - - By Rainer Neuhäusler Date 2022-10-10 22:52 Upvotes 4
Danke Thorsten, für die Anregung!

Dies ist kein überlanger Beitrag, sondern ein kleiner Artikel über Frederic Friedel, die Zeitschrift und das Forum  CSS

Frederic Alois Friedel, in Bombay geboren, Mitbegründer von ChessBase und CSS-Redakteur, bei diesem Namen werden die goldenen Zeiten des Computerschach lebendig, jene Zeiten in denen dieser Aficionado, Entwickler, Botschafter und Businessman in Personalunion das internationale Flair der Schachwelt repräsentierte und uns Leser daran teilhaben ließ. Er schrieb über die Schach- und die Computerschach Prominenz, über die Weltmeisterschaften und die großen Schachturniere von Mensch und Computer. Sehr oft war er selbst vor Ort und wurde dafür belohnt mit zahlreichen Freundschaften und Bekanntschaften. Eigentlich kennt er sie alle und sie ihn und besonders gut Kasparow, Anand, Carlsen, Kramnik, Lékó, Short, Svidler, Topalow und den Polgár-Schwestern. 1997 war er Mitglied im Kasparows Team im Wettkampf gegen IBM's Deep Blue. Gary war des öfteren Gast in seinem Haus, wobei er dann dem Weltmeister die neuesten Features seiner Schachdatenbank vorführen und schmackhaft machen konnte.
Besonders gut gefiel mir sein CSS-Artikel "Bin ich nun Großmeister oder was? (CSS,1/91), in dem Frederic recht anschaulich schildert, wie er bei einer WM in New York plötzlich im erlauchten Kreis von renommierten Schachgrößen wie Tal, Seirawan, Dzindzichasvili und Byrne auch schachlich ernst genommen wurde, weil sie wussten, dass seine Analysen mittels Computer (damals noch auf IM-Niveau), Endspieltabellen und Schachdatenbank neue und wertvolle Erkenntnisse vermitteln konnten. "Sie nehmen es mir nicht übel, sondern sie freuen sich, einen Vertreter der Computerschach-Gemeinde, der nur noch selten Unsinn redet, als Gesprächspartner zu haben. " 

Eine schöne, eine lebendige und inhaltsreiche Zeit, in der F.F. und Dieter Steinwender, der Herausgeber, noch in diesem Forum wandelten. Wie schade, dass das eigentlich versprochene Archiv für dieses erste Forum (vor 2008-08-20 10:33) nicht zustande kam .
Da gab es einen Programmierlehrgang (Steinwender, Donninger), Statistik-Kurs (F.Schubert), eine CSS-Sprechstunde mit führenden Programmierern, einen Hardware-Ticker, Engine-News, WM-Berichte, sowohl für Schach als auch für Computerschach.

Wie gerne las ich in dem viel zu selten erscheinenden und nur an die 50 Seiten umfassenden Magazin einen gewissen Thorsten Czub, der uns über die Rivalität mit seinem stolzen Mephisto-Roma-Nachbarn am laufenden hielt,  dem er aber mit seinem Leonardo Maestro B, mit Turbo Kit und 18 MHz eine vernichtende Niederlage zuteil werden ließ. Kam eher schelmisch daher, damals, der Thorsten...
Michael Scheidl (im CCC Mike Scheidl), CSS-Mitarbeiter und Poster der ersten Stunde, konnte sich ob des neuen Mediums 'Forum' vor Begeisterung  nicht mehr einkriegen, hinterließ praktisch in jedem Thread seine Marke, benutzte sofort die Möglichkeit, Links in die Forumsbeiträge einzubinden und machte sich einen Spaß daraus, recht laute Clips zu verlinken, so dass man man vor Schreck fast vom Stuhl fiel, wenn man sie klickte. Das wurde ihm aber dann von Frederic öffentlich im Forum untersagt. Sah man Michaels Profilfoto in Krawatte, Anzug und weißem Hemd, hätte man ihm diese unterschwelligen Tendenzen gar nicht zugetraut. Der Scheidl übernahm auch des öfteren die Forums-Nachtwache. Während seiner solchen schmiss er mich einmal raus bzw. löschte meinen Beitrag. Zu Recht, denn meine Bemerkung "es lebe der Zentralfriedhof" angesichts eines honorigen Treffens altgedienter Computerschach-Veteranen, war schon nicht mehr zynisch, sondern einfach nur degoutant. Nun, Michael hat hier vor nicht allzu langer Zeit seinen etwas despektierlichen Abgang eingeleitet. Es kamen danach noch ein paar sporadische Wortmeldungen, aber das neue Computerschach, der Engine-Sport, das ganze Milieu, das war einfach nicht mehr das seine. Ich glaube seine provokative Metapher von "den Betonplatten des Schwachsinns" war mit auch eine Bewältigung des eigenen Trennungsschmerzes. Von langjährigen Weggefährten, die böse sind, trennt man sich leichter.

Ich erinnere mich an die wertvollen Infos der  Redakteure und Artikel-/ Rubrikenschreiber Helmut Conrady, den TB-Spezialisten und Christian Liebert (cl), den pesonifizierten Hardware-, Engine- und  Software-Ticker.

Die Liste der ständigen Mitarbeiter liest sich illuster (1999-2003):  Christian Donninger (Nimzo, MiniMax, PC Schach) Feng-hsiung Hsu (Deep Blue), Enrique Irazoqui (Schachcomputer-Tester und unvergesslicher Darsteller des Christus in dem bahnbrechenden Pasolini-Film "Das 1. Evangelium"), Thoralf Karlsson (SSDF), H.-P. Ketterling (Elektro-Schach,  einer der ersten), David Levy (zeitweise Präsident der ICGA, TV-Showkämpfe gegen Großcomputer) ), J.Nunn (der Großmeister und Engine-Tester), Ken Thompson (der TB-Pionier). 

Die Rekrutierung dieser Elite des Computerschachs als CSS-Autoren trug eindeutig den Stempel des international renommierten Ansprechpartners und Mittelsmannes Frederic Friedel.
Schätze, dass die genannte Prominenz das nicht ganz umsonst gemacht hat und die Honorare der Zeitschrift einiges gekostet haben, wenn auch zu Friedel-Verhandlungspreisen, versteht sich. Bezahlung gehört so selbstverständlich zum Professionalismus wie der Opferstock in die Kirche. Das Nachsehen hatten dann wohl die eigenen Leute, denen die leere Kasse unter die Nase gehalten wurde und mehr oder weniger Pro Deo arbeiten durften.
'Vergoldet' mit protzigen Gewinnspannen waren diese Zeiten nur für die Hersteller und Verkäufer der wirklich schönen Luxus-Edelholz-Schachcomputer. Nach ein paar Jährchen war auch damit Schluss. Aus Edelholz wurde zunehmend Plastik und die Brettmodule allmählich ersetzt durch die PC-Schachprogramme und mit der nackten Engine-Software und den vielen kostenlosen Downloads genialer Hobby-Programmierer konnte man das Wort 'lukrativ" dann endgültig der Vergessenheit anheim fallen lassen.
"Bitte alles umsonst , das war der Wahlspruch im neuen Medium Internet. Zurück zu den CSS- Mitarbeitern.
Mit ' 3-Hirn' Prof. Dr. Ingo Althöfer, Glarean-Herausgeber Walter Eigenmann, Sefan Zipproth und dem mit dem Computerschach verwachsenen Frank Quisinsky haben wir damalige CSS-Mitarbeiter, die auch noch im NN-Zeitalter des Maschinenschachs dem gegenwärtigen Forum ihre Mitwirkung zuteil werden lassen.  Sie und noch einige andere mit anschaulich-analogem Verstand verhindern, dass die Chose komplett in die Engine-Matrix abgleitet. Lars Bremer, der gegen Ende praktisch allein die CSS-Online repräsentierte, hat dem Computerschach wohl Ade gesagt. Schade! Andreas Mader vom ehemaligen Magazin PC Schach zählt natürlich auch noch zur altgedienten Forumsprominenz. Es würde jetzt allerdings im Rahmen dieser Reminiszenz zu weit gehen auch noch auf Marcus Kästner und Detlef Elvis Pordzik und ihr damaliges Konkurrenzblatt ChessBits  einzugehen. Wert wäre es das allemal.
Fühlt sich jemand vergessen? Bitte melden!  Oh ja, die Ranglisten mitsamt ihren fleißigen Testern  über all die Jahrzehnte hinweg. Man nimmt sie wahr als selbstverständliches Inventar und hat sie längst als Permanent-Links gebookmarkt. Sie gehören zum Computerschach wie die obligatorischen Tabellen jeder anderen Sportart auch. Hier die bekanntesten mit regelmäßigen Updates: CEGT (H.v.Kempen, Team), CCRL (G.Banks), SSDF (T. Karlsson, L.Sandin),TCEC (M.Thoresen, Chessdom), SPCC (S. Pohl), FGRL(A.Strangmüller) Ipman Chess (Ipman), ERET (W. Eigenmann).

Dass Herr Friedel als eine Respektsperson, als "graue Eminenz", oder wie auch immer, in der Szene wirkte, dessen wurde ich erstmals bei der Microcomputer-WM in Glasgow gewahr. Bei irgendeiner Gelegenheit, in der F.F. in Sichtweite war, kam die Schwester von Thomas Nitsche, dem damaligen Mephisto-Programmierer auf mich zu und murmelte mit vertraulicher Stimme, "bei dem musst du aufpassen, was du sagst". Nun, zu einer persönlichen Gesprächssituation kam es leider nicht, ich nehme an, dass sie damit bedeuten wollte, ich soll ja keine Interna ausplaudern. Das hätte sowieso einen ganz schönen Anschiss von Ossi Weiner nach sich gezogen oder sogar die sofortige, spesenlose Heimreise bedeuten können.  Sowas konnte der Ossi, ohne mit der Wimper zu zucken. Andererseits war er ein begnadeter Witze-Erzähler und voll Wohlwollen und Verständnis, wenn man das machte, was er wollte : )  

Ja, wo war ich stehen geblieben? Genau, bei der heilen Welt des Computerschachs und der anfänglich euphorischen Akzeptanz des Internet. Doch allmählich wurde sie dann sichtbar, die dunkle, die unkontrollierbare Seite der beginnenden Ära, die neue, schonungslose, distanzlose, insultante Welt der Social Media. Es gab keine schützende Barriere mehr zwischen Redakteur und  Journalist auf der einen Seite und der Community auf der anderen. Ich schätze, markt- und  forumserfahrene Leute wie Friedel und Steinwender sahen und (ver)spürten sehr schnell, worauf dieses gleichmacherische, aggressive, freche,  Etikette verweigernde 'auf Augenhöhe' hinauslief und zogen umgehend die Konsequenzen. Diese Plattform war für sie beruflich gestorben. Internet, zum Geld verdienen und privat mit Facebook und Twitter ja, zum diskutieren mit dem Kunden und der Community, nein. Eine Maxime, an die sich Chessbase und Mitarbeiter bis heute konsequent halten.

Neue Informations- und Meinungsdistributoren gibt es heute, Influencer, Blogger, Youtuber, und wer es von ihnen schafft, dem verhelfen seine Follower zu Popularität und Einnahmen, von denen die klassischen Printmedien nur träumen konnten. Leider sind viele nicht vom Fach, keine Gelernten, keine Studierten, keine Ausgebildeten. Meinung, Tastatur, Flatrate, Webseite, mehr brauchen sie nicht. Aber ohne Ausnahmen gäbe es keine Regeln und warum sollte man sich nicht auch begabte Autodidakten gefallen lassen? Auch in Sachen Schach und Computerschach kann man nach längerem Suchen durchaus ein paar ernst zu nehmende Experten finden.

Diese überwiegend nostalgische Rückschau in Sachen Computerschach, Frederic Friedel und CSS ist für mich jetzt Anregung genug, nun endlich den Power-Fritz zu kaufen. Es wird Zeit, dank dem UCI-Protokoll von Stefan Meyer-Kahlen(SMK) die einschlägigen und neuen Engines zu installieren und dank Yu Nasu's NNUE auch ohne sündteure RTX mal wieder ein schönes Gambit-Turnier aufzulegen. 

Load the engines and enjoy

Rainer  Neuhäusler
Parent - By Thorsten Czub Date 2022-10-10 23:12
Der Kommerz ging wohl,
das Hobby blieb aber. Und die bankrotten Firmen die gingen werden durch neue ersetzt.

Und schon bald kommt ein neuer Schachcomputer von Mephisto heraus.

Lang lebe das Computerschach.
Parent - - By Reinhold Stibi Date 2022-10-11 03:26 Edited 2022-10-11 03:30
Sehr schöner Bericht Rainer;  da kann man in Nostalgie schwelgen.

Nur über Helmut Conrady habe ich mich öfters geärgert; er war derjenige der die "dummen" Schachcomputer
immer aufs Kreuz legte; aber wenn man die Partien nachspielte oft diese schwachen Züge gar nicht  gespielt
wurden.
Ich hatte den Eindruck, dass da nachgeholfen wurde. Die Berichte über die TBs waren aber gut.

Es war schon großartig was ChessBase über die Mensch gegen Schachcomputer Turniere auf die Beine
gestellt haben.
Parent - By Rainer Neuhäusler Date 2022-10-11 23:19 Upvotes 1
Reinhold Stibi schrieb:

Sehr schöner Bericht Rainer;  da kann man in Nostalgie schwelgen.

Freut mich sehr, dass mein Artikel so ankommt wie er gedacht war und man erfährt es sogar

Reinhold Stibi schrieb:

Nur über Helmut Conrady habe ich mich öfters geärgert; er war derjenige der die "dummen" Schachcomputer immer aufs Kreuz legte; aber wenn man die Partien nachspielte oft diese schwachen Züge gar nicht gespielt wurden.

Dazu kann ich jetzt nichts Erhellendes beitragen. Anti-Computerschach-Spezialisten gab es ja immer und wer da echt oder Pseudonym war und was da gekonnt oder getürkt war , darüber diskutierte die Schachwelt.

https://glarean-magazin.ch/2018/04/14/lyudmil-tsvetkov-human-vs-machine-anti-computer-schach/

Gibt's heute auch noch welche?
Parent - - By Andreas Mader Date 2022-10-11 10:40 Edited 2022-10-11 10:43 Upvotes 5
Rainer Neuhäusler schrieb:

Fühlt sich jemand vergessen? Bitte melden!


Ja, es fehlt eine der meiner Ansicht nach wichtigsten Persönlichkeiten, nämlich Thomas Mally. Der war auf vielen Gebieten ein Genie, hat mindestens 12 Sprachen fließend gesprochen (sehr hilfreich, wenn es um "Meldungen aus aller Welt" ging), ein eigenes Schachprogramm ("Wappler") geschrieben, an dem er in der Praxis ausprobiert hat, was er in der Theorie erörtert hat und dessen Artikel nicht nur fachlich, sondern auch rhetorisch absolute Spitzenklasse waren und ebenso gut unterhalten wie informiert haben.

Schöne Grüße
Andreas
Parent - By Kurt Utzinger Date 2022-10-11 13:12 Upvotes 4
Andreas Mader schrieb:

Rainer Neuhäusler schrieb:

Fühlt sich jemand vergessen? Bitte melden!


Ja, es fehlt eine der meiner Ansicht nach wichtigsten Persönlichkeiten, nämlich Thomas Mally. Der war auf vielen Gebieten ein Genie, hat mindestens 12 Sprachen fließend gesprochen (sehr hilfreich, wenn es um "Meldungen aus aller Welt" ging), ein eigenes Schachprogramm ("Wappler") geschrieben, an dem er in der Praxis ausprobiert hat, was er in der Theorie erörtert hat und dessen Artikel nicht nur fachlich, sondern auch rhetorisch absolute Spitzenklasse waren und ebenso gut unterhalten wie informiert haben.

Schöne Grüße
Andreas


Hallo Andreas
Absolut richtig: Die Beiträge von Thomas Mally ware extra Klasse.
Gruss
Kurt
Parent - - By Rainer Neuhäusler Date 2022-10-11 16:20 Upvotes 1
Andreas Mader schrieb:

Rainer Neuhäusler schrieb:

Fühlt sich jemand vergessen? Bitte melden!


Ja, es fehlt eine der meiner Ansicht nach wichtigsten Persönlichkeiten, nämlich Thomas Mally. Der war auf vielen Gebieten ein Genie, hat mindestens 12 Sprachen fließend gesprochen (sehr hilfreich, wenn es um "Meldungen aus aller Welt" ging), ein eigenes Schachprogramm ("Wappler") geschrieben, an dem er in der Praxis ausprobiert hat, was er in der Theorie erörtert hat und dessen Artikel nicht nur fachlich, sondern auch rhetorisch absolute Spitzenklasse waren und ebenso gut unterhalten wie informiert haben.

Schöne Grüße
Andreas

Laut Titel "Friedel, CSS und Forum" kommt ja der Andreas Mader auch nur vor, weil er heute noch im Forum schreibt.

Mit eurer kreativen, originellen und anschaulichen Schreibe (PC-Schach) mit leich ironischem Unterton lagt ihr sowie voll auf meiner Wellenlänge. Der Mally war ja ein Erklär-Genie. Der legte einen Artikel über das "forward pruning"  hin "Neues vom Ripper"(1/93), so unterhaltsam und verständlich, dass jede Omma einen Schachcomputer wollte, die das las. Aus dem Franchise-Gerangel, so anno 1992, mit Ossi Weiner und anderen Schachcomputerhäusern, wurde bei euch schlicht ein Weidekrieg gemacht, mit Marshal Ossi Weiner und seinen Deputies, dem Euro-Rinderzüchter Stamer, Scharfschützen Richard Lang und Fritz the Kid. Showdown dann im O.K. Chorral

Nicht zu vergessen auch in Tu Felix Austria der gewisssenhafte, vertrauenserweckende "Wiesi", Franz Wiesenecker mit seinen Welser Schachcomputer-Turnieren.

es liest und grüßt dich
Rainer
Parent - - By Andreas Mader Date 2022-10-11 17:03 Upvotes 1
So weit ich mich erinnern kann, hat Thomas auch ein oder zwei Artikel für CSS verfasst - bitte um Korrektur, wenn ich mich irre. Deshalb passt er da meiner Meinung nach auch hinein.

Schöne Grüße
Andreas
Parent - By Kurt Utzinger Date 2022-10-11 19:34 Upvotes 1
Andreas Mader schrieb:

So weit ich mich erinnern kann, hat Thomas auch ein oder zwei Artikel für CSS verfasst - bitte um Korrektur, wenn ich mich irre. Deshalb passt er da meiner Meinung nach auch hinein.

Schöne Grüße
Andreas


Hallo Andreas
Aus der alleinigen Feder von Thomas Mally stammen 6 Artikel im CSS. In zwei
weiteren Artikeln war er als Co-Autor massgeblich beteiligt.
Gruss
Kurt
Parent - - By Rainer Neuhäusler Date 2022-10-12 00:23 Edited 2022-10-12 00:31 Upvotes 3

Andreas Mader schrieb:

So weit ich mich erinnern kann, hat Thomas auch ein oder zwei Artikel für CSS verfasst - bitte um Korrektur, wenn ich mich irre. Deshalb passt er da meiner Meinung nach auch hinein.
Schöne Grüße
Andreas


Das können wir sogar noch genauer als der eifrige Kurt ! 

CSS-Artikel

Woodstock an der Isar............................Mally, Thomas   6 / 1993   05
Getürkt oder gepufft? .............................Mally, Thomas   3 / 1995   51-57
Null komma Null Null - oder?..................Mally, Thomas   5 / 1995   37-45
Im Auge des Betrachters..........................Mally, Thomas   1 / 1996   44-50
Alle Macht dem Anwender.......................Mally, Thomas   3 / 1996   21-25
Wie man Tomba besiegt                           Mally, Thomas   3 / 1996   32-37
Als Erster auf dem Tourmalet /
Nimzo auf dem Weg zur Nr. 1?.................Mally, Thomas; Faas, Jürgen   4 / 1996   07-13
Der BS-Test auf dem Prüfstand.................Donninger, Dr. Christian; Mally, Thomas   2 / 1998   39-44

Deine Erinnerung trügt dich nicht und deine Schätzung ist noch viel zu bescheiden. Meine prophylaktische Wertschätzung für Thomas Mally liegt ja bereits vor. Es gibt natürlich noch eine ganze Litanei
von Autoren und ständigen Mitarbeitern, die nicht erwähnt sind. Es handelt sich um eine eher spontane Selektion nach persönlichem Gusto im Rahmen eines kleinen Artikels.
Den Thomas Mally hätte ich aber auf jeden Fall erwähnt, wenn mir seiner Autorenschaft bei CSS präsent gewesen wäre. Gut, daß ich gefragt habe
Wenn hier jemand eine besondere Wertschätzung für einen CSS-Autor zum Ausdruck bringen will, so soll er gerne dem Beispiel von Andreas Mader folgen und seinen Kandidaten hier vorstellen.

Und wie gefällt dir der Arikel sonst ?

Nächtliche Grüsse
Rainer
Parent - By Andreas Mader Date 2022-10-12 10:51 Upvotes 1
Rainer Neuhäusler schrieb:

Und wie gefällt dir der Arikel sonst ?


Nostalgie pur. Natürlich gefällt mir das. 

Schöne Grüße
Andreas
Parent - - By Rainer Neuhäusler Date 2022-10-14 18:27 Edited 2022-10-14 18:36 Upvotes 1
Rainer Neuhäusler schrieb:

Danke Thorsten, für die Anregung!
......
......
Zurück zu den CSS- Mitarbeitern.
Mit ' 3-Hirn' Prof. Dr. Ingo Althöfer, Glarean-Herausgeber Walter Eigenmann, Sefan Zipproth und dem mit dem Computerschach verwachsenen Frank Quisinsky haben wir damalige CSS-Mitarbeiter, die auch noch im NN-Zeitalter des Maschinenschachs dem gegenwärtigen Forum ihre Mitwirkung zuteil werden lassen.

NACHTRAG

Die CSS-DVD "Chronik des Computerschachs" (Hefte 1983-2000) weist noch zwei weitere CSS-Autoren aus, die heute noch im Forum schreiben:

KURT UTZINGER, mit seinen gefragten Partie-Analysen.
6/1986:  "Trau keinem über 2000";
2/1989:   "Super Forte ganz super
CPW: https://www.chessprogramming.org/Kurt_Utzinger

STEFAN POHL, damals wie heute mit neuen Ideen unterwegs.
3/1995: "  140 Elo-Punkte zugelegt. Wie man mit selbstdefinierten Figuren-Felder-Tabellen Fritz 3 tunt"

Derzeit wirkt Stefan auch als Berater in Sachen Computerschach für den recht rührigen und erfolgreichen Youtuber THE BIG GREEK, IM Georgios Souleidis
https://perlenvombodensee.de/2021/05/09/griechisch-preussisches-phil-collins-double/ 
_____________________

Bei der Gelegenheit mein Dank an DIE PERLEN VOM BODENSEE und an das GLAREAN-MAGAZIN, ein wahrlich reicher Fundus für essentielle und aktuelle Themen in Sachen Schach und Computerschach!
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Die letzte Print-Ausgabe von CSS war Heft 6/ 2004.
So schön die goldenen Jahre waren, so deprimierend war es mit anzusehen, wie in der mit hohen Erwartungen verknüpften Online-Version die Artikel und Autoren innerhalb von 4 Jahren immer weniger wurden. Auch wenn die Seite noch besteht, was übrig blieb ist ein Archiv. Vielleicht sind da heute ein paar Insider schlauer, welche Faktoren da ungünstig zusammenwirkten ?
Was die Handvoll über die späteren Jahre verstreuten Einzel-Artikel für ein Medium repräsentieren sollten, weiß ich nicht. Vielleicht als Nachweis für ungekündigte Rest-Abos 
______________________

Von FREDERIC FRIEDEL gibt es natürlich auch eine Stellungnahme zum Fall Carlsen/Niemann. Ich verstehe gar nicht, warum das Interview hier noch keine Erwähnung fand, oder habe ich das übersehen?
Er  beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Betrug im Schach und berichtet aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz als Turnierbeobachter. Sehr aufschlussreich seine Bewertung der Beweislage mittels Chessbase-Software. Mit 1 Euro ist man dabei, soviel kostet das einmonatige Probe-Abo beim SPIEGEL.
https://www.spiegel.de/sport/magnus-carlsen-vs-hans-niemann-schach-experte-geht-nicht-von-betrug-aus-a-aab77052-b2d4-4fb1-a133-b44d4baa03b2
Parent - By Kurt Utzinger Date 2022-10-14 18:52 Edited 2022-10-14 18:57 Upvotes 1
Was bei CPW: https://www.chessprogramming.org/Kurt_Utzinger nicht stimmt ist, dass ich ein "Swiss retired primary school teacher" bin.
Da muss eine Verwechslung mit einem Namensvetter, der in der näheren Umgebung von mir wohnt, stattgefunden haben.
Gruss
Kurt
- - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 11:18
Frederic lief immer herum und meinte: chessbase wird dein Leben verändern. Nun. Jedenfalls bot es einige Zeit lang eine Angriffsfläche dafür. Verändert hat es mein Leben nicht.
Parent - - By Reinhold Stibi Date 2022-10-08 11:24
Niemand tut für Schach mehr als ChessBase; ohne ChessBase wäre die Schachwelt
erheblich ärmer.

Die Schachfreunde haben Frederic Friedel viel für seinen tatkräftigen Einsatz zu verdanken.
Parent - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 11:38 Upvotes 1
Reinhold Stibi schrieb:

Niemand tut für Schach mehr als ChessBase; ohne ChessBase wäre die Schachwelt
erheblich ärmer.

Die Schachfreunde haben Frederic Friedel viel für seinen tatkräftigen Einsatz zu verdanken.


Heutzutage gibt es natürlich Konkurrenz und CB hat Gott sei Dank keine Monopol-Stellung mehr.

Schach ist ja durchkapitalisiert. So wie unsere Schachcomputer damals (70-90er Jahre) voll durchkapitalisiert wurden. Ihr kennt ja alle die Firmen von damals.
Parent - - By Peter Martan Date 2022-10-08 11:45
Aus dem Podcast gleich ganz am Anfang
Zitat:
Ich glaube, das Internet wurde für Schach erfunden.

Parent - - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 11:48
Markige Worte. Aber schaut man sich z.B. die Vermarktung von Fat Fritz an wird es doch eher peinlich.

Nicht alles was von CB kommt ist moralisch einwandfrei.

Mich stört eben diese Ausbeutung von Humankapital und diese Geldmaschine .
Parent - - By Reinhold Stibi Date 2022-10-08 12:32 Edited 2022-10-08 12:36 Upvotes 1
Die Glanzzeiten sind auch für ChessBase vorbei.

Mir scheint, dass die Fa. abgespeckt hat und nicht mehr so gute Geschäfte macht wie früher,
aber sie hat sich Gott sei Dank gut halten können.
Parent - - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 12:48
Naja in Indien und anderen "Einzugsgebieten" ist es wahrscheinlich noch lukrativ. USA vielleicht nicht mehr. Deutschland ist natürlich ein Heimatmarkt.

Chessbase lebt im Wesentlichen von den Beziehungen zu namhaften Schachspielern/innen die für die Produkte vermarktet werden können. Dabei ist es ein geben und nehmen auf beiden Seiten.

Es geht um den "neuesten heißen Scheiss" , Superlative, fame und glory.
Die Vermarktung ist in keiner Weise anders als in der Boulevard Presse bei Schauspielern oder Fußball-Spielern.

So sind Menschen eben.
Parent - - By Frank Quisinsky Date 2022-10-08 22:41 Edited 2022-10-08 22:50
Im Engine Bereich hat Chessbase ja zunmindest versucht etwas zu tun!
Winboard Adapter, die Young-Talents mit den 7 Amateuren.

Anonsten so lange wie es irgend geht am dem eigenen Native Protokoll festgehalten. Bis auf Fritz (Quest) von Frans Morsch wurden ja alle zu einer UCI.
Auch beim FRC / Chess960 wurden wir bei Arena nach Support gefragt nachdem es von ChessBase abgelehnt wurde (so der Geschäftsführer von DGT, Alfred seinerzeit).

Indien ist ein schwieriger Markt.
Da haben sich einige verkalkuliert (gerade aus Deutschland, will nicht ins Detail gehen).

Zu Protokoll-Entwicklungs-Zeiten war es doch eher der südamerikanische Markt.
Die waren ganz wild auf Schach und die besten News Seiten kamen neben Notzai (Frankreich) aus Argentinien.
In Argentinien haben sich die Webmaster heftigs bekriegt. Dagegen haben wir hier in Deutschland eher mit Wattebällchen um uns geworfen.

Schach wird immer in dem einen oder anderem Land einen Aufschwung erfahren und das ist auch gut so.

Also, ich hatte in Arena Zeiten auch viele Kontakte zu bekannten Sportlern, Politikern, zu Schauspielern und natürlich auch zu Großmeistern.
Die waren durchweg positiv weil hier nie der Name im Vordergrund stand, sondern der Schachsport. Leute wie Du und ich mit ganz normalen
Fragen zum Computerschach oder ... die kochen auch nur mit Pfeffer ... oder so irgendwie geht der Spruch.

Marketing ist bekanntlich wichtig!
Es geht um Arbeitsplätze und im Schach Fuß zu fassen ist wirklich sehr schwierig.
Ich bewundere alle die es versuchten oder nie aufgeben etwas zu tun, z. B. Ossi Weiner.

Sehe nicht alles so negativ.
Könnte über negativen Kram zwar auch ein Buch verfassen aber bei den positiv erlebten Dingen würde ich nie fertig werden mit der Schreiberei.
Parent - - By Lothar Jung Date 2022-10-08 22:57
Auf Schach.de sind Amerikaner und Südamerikaner und Russen aktiv.
Auch ein sehr zweifelhafter Inder.
Einige aus Nahost.
Überwiegend doch Europäer, vor allem Deutsche.
Aber die Anzahl der regelmäßigen Turnierspieler ist nur ca. 50.
Eine ganz andere Größenordnung weist LiChess auf.
International ist Schach.de deshalb zu vernachlässigen.
Parent - By Frank Quisinsky Date 2022-10-08 23:03 Edited 2022-10-08 23:43
Hallo Lothar,

auch hier ...
Lange vor dem Chessbase Server gab es andere sehr beliebte Schachserver.
Sicherlich auch hier schwierig Fuss zu fassen!

ChessBase hat einen gewaltigen Vorteil.
Das sind klare aufgeräumte Grafiken und ausreichend Möglichkeiten über ein gut strukturiertes Menüsystem.
Das haben wir z. B. bei Arena nie so richtig hinbekommen.

Glaube das Interesse in Südamerika hat auch wieder nachgelassen.
Aber das war mal auf einem wirklichen Hoch!
Arena wurde gar mal auf der Titelseite einer argentinischen Zeitschrift benannt.
Du willst nicht wissen wie viele Downloads und Zugriffe wir an diesem Tag hatten.

Viele Grüße
Frank

PS:

Ein kläglich gescheiterter Versuch:
Ca. in der Zeit der Olympiade in Australien.

Thema in Tonga war ein Boxer und der König aus Tonga wollte sich nicht daran beteiligen das er starten konnte.
Der war sehr eigen und in Tonga traute sich keiner beim Stabhochsprung denn der König hielt den Rekord.
Er startete und flog glaube ich in der zweiten Runde raus. Der TV-Sender VOX berichtete auch darüber lies
aber einige Tatsachen weg. Kam bei der Sammlung aber einiges dabei rum, so dass der Boxer starten konnte.

Es gab einen News Beitrag von mir (Winboard Seite). An dem Tag erhielt ich über 25 Antworten von Leuten die helfen wollten.
Ich meldete mich in einem Forum in Tonga an. Nicht zuletzt, weil ich Kontakte zu Schachspielern in Neu-Kaledonien hatte und
bei der Schacholmypiade Oceanien zu diesem Zeitpunkt unglaublich stark spielte. Glaube die haben gar England bezwungen.
Auch dort ein Hoch ca. im Jahr 2000.

Tja, immer wenn ich versuchte das Thema auf Schach zu lenken dachten die Einheimischen ... der bekloppte Deutsche ist wieder da.
Aber es mir gelungen zwei Personen (na ja, ein Päarchen) aus Niue von Winboard zu überzeugen.



Habe mich da aber irgendwann verkrümelt!
Die Menschen hatten einfach andere Probleme zu lösen, war mal wieder fehl am Platz.
Hätte mich besser in Fidji angemeldet, Geschichte!
Parent - - By Benno Hartwig Date 2022-10-08 20:37

> Verändert hat es mein Leben nicht.


Wunderst du dich bei andere Sprüchen aus der Werbung auch, wenn sie sich als irgendwie unwahr herausstellen?
Parent - - By Thorsten Czub Date 2022-10-08 21:28
Naja Werbung?! In der Regel sondert man ja keine Werbespots ab wenn man sich mit anderen Menschen unterhält.
Parent - - By Frank Quisinsky Date 2022-10-08 21:42
Wer sagt?
Parent - - By Frank Quisinsky Date 2022-10-08 22:02 Edited 2022-10-08 22:09 Upvotes 1
Übrigens, der Thread trägt ja den Titel: Frederic Friedel und nicht Chessbase!

Er ist ohne Zweifel ein herausragender Journalist mit erstklassigen journalistischen Fähigkeiten.
Ferner würde ich Frederic als einen der Förderer des Computerschachs bezeichnen (CSS, Chessbase, sein Buch mit Dieter Steinwender).

Das neue Buch:
Schachgeschichten, Geniale Spieler - Clevere Probleme
Prof. Christian Hesse und Frederic Friedel
liest sich gut, hatte vor ein paar Tagen begonnen zu schmökern.

Graue Eminenz der internationalen Schachwelt !!



Da hat man sich etwas einfallen lassen.
Nach dem Protokoll der kath. Kirche ist das die Anrede für Kardinäle!
Es ist auch ein versteckter Großmeister Titel?
Nach meinem Wissen wurden Großmeister des Maltesa-Ordens so angesprochen!

Nun, er hat einiges gemacht und hört sich auch an wie ein Kardinal!
Ich mag seinen Schreibstil!
Wir sollten für einen schönen Siegelring mit einem Schachemblem sammeln, eines Großmeister's würdig!

Will mich nicht lustig machen, er hat wirklich seinen Beitrag geleistet und sich dem Schach verschrieben.

Hatte mal das persönliche Vergnügen in Paderborn mich mit Ihm kurz auszutauschen.
Habe mir fast in die Hose gemacht, musste dringend auf Toilette und wollte das Gespräch nicht abwürgen.
Aber es ist Gott sei Dank alles glimpflich für mich verlaufen.

Viele Grüße
Frank

Was mich immer ärgerte war im Buch mit Dieter Steinwender die Aussagen über die Schachprogramme Kallisto und WChess.
Bart Weststarte war einer der begabtesten Schachprogrammierer und der Spielstil von Kallisto war seinerzeit aufregend.
ChessGate vermarktete glaube ich eine schönere DOS Version (v2, Jörg Daniel besser gesagt) und dann wurde es ruhig
um Kallisto. Nicht bei Jan Lowman ... der fluchte!
Hatte Bart darauf in Leiden mal angesprochen und erzählte mir warum er die Lust verloren hatte ...
tja, es gibt Dinge im Leben die haben eine Prio!
Parent - By Frank Quisinsky Date 2022-10-08 23:18
Hier noch die ISBN:
978-3-426-27876-5
Verlag: Droemer Knaur

Für die "vielen" Leseratten im Forum!
Parent - By Benno Hartwig Date 2022-10-09 06:40 Edited 2022-10-09 06:45 Upvotes 1

> Naja Werbung?! In der Regel sondert man ja keine Werbespots ab wenn man sich mit anderen Menschen unterhält.


Wenn ein VW-Mann öffentlich über VW spricht, ein Waschmittel-Vertreter über sein Waschmittel oder eben Friedel über Chessbase, dann ist das für mich auch Werbung.
Und dann weiß ich das auch so einzuordnen.
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