Ich stimme dem im Prinzip zu.
Aufschlussreich ist auch dieser Artikel:
https://fortune.com/2026/10/01/ai-godfather-yann-lecun-has-zero-concerns-about-human-extinction-says-anthropic-ceo-dario-amodei-is-deuded/Zusammenfassung des Standpunktes von Yann LeCun:
KI-„Godfather“ Yann LeCun hat „null Bedenken“ wegen einer Auslöschung der Menschheit durch KI – hält Anthropic-Chef Dario Amodei für „realitätsfremd“Der renommierte KI-Forscher Yann LeCun macht sich keinerlei Sorgen darüber, dass künstliche Intelligenz die Menschheit auslöschen könnte.
Auch die jüngsten Vorfälle mit scheinbar außer Kontrolle geratenen KI-Agenten, darunter der Angriff von OpenAI-Agenten auf Hugging Face im Juli, beunruhigen ihn nicht.
LeCun sieht die Ursachen nicht in einer gefährlichen Eigenständigkeit der KI, sondern in mangelnder menschlicher Kontrolle und gravierenden Fehlern beim Systemdesign.
Die Agenten hätten genau das getan, wozu sie beauftragt worden seien.
Sie hätten lediglich in sicheren, abgeschotteten Umgebungen (Sandboxes) arbeiten sollen, die jedoch völlig unzureichend konstruiert gewesen seien.
Solche Vorfälle seien vollständig vermeidbar. Vielen KI-Unternehmen fehle es schlicht an grundlegender Kompetenz in der Cybersicherheit.
In mehreren Beiträgen vom 2. Oktober 2026 kritisiert LeCun außerdem die Vorstellung, dass überlegene Intelligenz zwangsläufig zu Macht und Herrschaft führe.
Seine zentralen Argumente:1. Intelligenz bedeutet nicht automatisch Macht.Schon in menschlichen Gesellschaften seien die mächtigsten Menschen keineswegs die intelligentesten.
Besonders intelligente Menschen hielten sich häufig sogar von Machtpositionen fern.
2. Intelligenz ist keine eindimensionale Größe.Ein Lebewesen oder eine KI könne in bestimmten Bereichen hochintelligent sein und in anderen erhebliche Defizite aufweisen.
Es gebe keine universelle Intelligenzskala, die sämtliche Fähigkeiten erfasse.
3. Die Komplexität der realen Welt lässt sich nicht durch Intelligenz allein beherrschen.Selbst ein einfacher Virus könne einen hochintelligenten Menschen töten.
Intelligenz garantiere keineswegs Kontrolle über die physische Realität.
4. Intelligenz erzeugt nicht zwangsläufig einen Herrschaftswillen.Das Bedürfnis nach Dominanz existiere nur bei bestimmten sozialen Arten und keineswegs bei allen intelligenten Lebewesen.
Als Gegenbeispiele nennt LeCun Orang-Utans und Kraken. Auch unter Menschen sei dieses Streben keineswegs universell.
LeCuns grundlegende Kritik richtet sich damit gegen eine zentrale Annahme vieler KI-Untergangsszenarien:
Dass eine künstliche Superintelligenz die Menschheit allein aufgrund ihrer überlegenen Intelligenz zwangsläufig beherrschen oder vernichten werde.
Für LeCun beruht diese Vorstellung auf einer ganzen Reihe falscher Annahmen über Intelligenz, Macht, Motivation und die Komplexität der wirklichen Welt.