Thomas Zipproth schrieb:
Der Untergang von allen Programmierern ist eingeleitet.
Spätestens seit dem Release von Opus 5.5 vor 2 Tagen.
(Ich bin Software Entwickler)
Thomas
Eingeleitet ist gut. Dieser Punkt liegt schon weit in der Vergangenheit. Stand heute kann man an den Unis die Fachbereiche Informatik, Chemie, Mathematik, Jura eigentlich schon schließen. Ein sehr bekannter Mathematiker (leider ist mir der Name entfallen) hat es vor kurzem abgelehnt, noch einen Doktoranden anzunehmen. Mit der Begründung, es mache schlicht keinen Sinn, jemanden auf eine akademische Karriere vorzubereiten, die es nicht mehr gibt, wenn er fertig ist. Eine bemerkenswerte Aussage.
Hier ein Video von Elon Musk, in dem er sich (gleich zu Beginn) explizit auf Stockfish bezieht und vorhersagt, daß die KI bereits im nächsten Jahr auf "Stockfish-Level" wird programmieren können.
https://youtu.be/H0Ap25IOWr8?si=5DUIODC8_VzT4_4tIch sehe das Ganze fürs Computerschach aber durchaus nicht negativ. Im Gegenteil: Es könnte sehr interessant werden, zu sehen, wie weit einzelne KIs Engines entwickeln können. Bezüglich Celo aber vielleicht auch bzgl. EAS, also Aggressivität. Ich sehe hier ungeheures Potential: Gib einer KI den Stockfishcode und lasse sie unendlich lange immer weiter daran rumverbessern (so wie es heut die menschlichen Entwickler machen) - wie weit könnte die KI Stockfish weiterentwicklen? Dann kann man dieses Projekt auch mehreren KIs geben und schauen, welche KI am meisten Celo dazugewinnen kann. Auch ein "Wettrennen" mit dem menschlichen Stockfishteam wäre doch spektakulär?!
Ich finde das alles hochspannend und den nächsten, logischen Entwicklungsschritt im Computerschach: Wenn KI Engines schneller verbessern kann, als es Menschen können, ist es logisch und vernünftig, den Staffelstab der Engine-Entwicklung an die KI abzugeben.
Der Mensch kann sich dann darauf konzentrieren, grundlegende Neuerungen (wie z.B. mein EAS-Tool) zu erfinden. Den "profanen" Entwickleralltag beim Engine-Code schreiben, übernimmt die KI und läßt so dem Menschen mehr Zeit, um über wirklich grundlegend neue, kreative Ansätze nachzudenken. Ich kann daran nichts Schlechtes finden.
Darüberhinaus ist die Entwicklung sowieso nicht aufzuhalten, selbst wenn man das alles negativ findet. Also machen wir das Beste daraus, anstatt über die KI herumzujammern. Davon geht sie auch nicht mehr weg. Der Zug ist abgefahren.