Not logged inCSS-Forum
Forum CSS-Online Help Search Login
CSS-Shop Impressum Datenschutz
Up Topic Hauptforen / CSS-Forum / Entwicklung der Rechenleistung von PCs seit 1980
- - By Lothar Jung Date 2026-08-09 17:41 Upvotes 1
Ermittelt mit ChatGPT:

Die Rechenleistung eines typischen leistungsfähigen PCs ist seit 1980 ungefähr um den Faktor ein bis mehrere Millionen gestiegen. Eine völlig exakte Zahl gibt es nicht, weil sich Prozessoren, Programme und Aufgaben grundlegend verändert haben.

Als anschaulichen Vergleich wird ein durchschnittlichen PC von 1980 auf den Leistungsindex 1.

Jahr  Typischer Prozessor bzw. PC  Taktfrequenz ungefähr  Kerne  Leistungsindex*
1980  Z80, 6502, Intel 8086/8088  1–5 MHz  1  1
1985  Intel 80286, Motorola 68020  8–16 MHz  1  5
1990  Intel 386/486  25–50 MHz  1  30
1995  Pentium, PowerPC  75–200 MHz  1  200
2000  Pentium III, Athlon  600–1.200 MHz  1  1.500
2005  Pentium 4, Athlon 64  2–4 GHz  1–2  8.000
2010  Core i5/i7, Phenom II  2,5–3,5 GHz  4–6  40.000
2015  Core i7, erste Ryzen-Vorläufer  3–4 GHz  4–8  120.000
2020  Ryzen 3000/5000, Core i9  3–5 GHz  8–16  500.000
2025  Ryzen 9000, Apple M4, Core Ultra  bis etwa 5–6 GHz  8–24+  1–3 Millionen
2026  heutige Hochleistungs-PCs  bis etwa 6 GHz  16–32+ Threads  2–5 Millionen

*Der Index bezeichnet grob die gesamte CPU-Rechenleistung eines leistungsfähigen PCs, nicht nur die Taktfrequenz.

Ein heutiger leistungsfähiger PC erledigt eine geeignete Rechenaufgabe, für die ein PC von 1980 theoretisch ein Jahr gebraucht hätte, unter günstigen Bedingungen in ungefähr:

* 6 bis 30 Sekunden
* mit einer modernen GPU möglicherweise in einem Bruchteil einer Sekunde
* bei KI-Matrixberechnungen sogar noch erheblich schneller

Ein Linux-Mini-PC mit dem Ryzen 9 8945HX dürfte gegenüber einem typischen Heimcomputer von 1980 bei gut parallelisierbaren CPU-Aufgaben ungefähr einige Millionen Mal leistungsfähiger sein.

Die Entwicklung verlief in drei Phasen

1. 1980–2005: Taktfrequenz und Architektur
    Der Takt stieg von wenigen Megahertz auf mehrere Gigahertz. Gleichzeitig verbesserten sich Befehlsverarbeitung, Cache und Speicheranbindung.

2. 2005–2020: Mehrere Kerne
    Da sich der Takt kaum noch steigern ließ, kamen Dual-, Quad-, Acht- und Sechzehnkernprozessoren. Die Leistung wuchs nun vor allem durch Parallelisierung.

3. Seit 2020: Spezialisierte Recheneinheiten
    CPUs werden durch GPUs, NPUs, Tensor-Einheiten und breite SIMD-Befehle ergänzt. Deshalb ist die Leistung heute stark von der Aufgabe abhängig.

Andere Größen entwickelten sich noch dramatischer

Merkmal  Um 1980  Heute  Zunahme ungefähr
CPU-Takt  1–5 MHz  5–6 GHz  1.000–5.000-fach
Arbeitsspeicher  16–64 KB  16–64 GB  1–4 Millionen-fach
Massenspeicher  100 KB–10 MB  1–4 TB  Millionen-fach
Datenübertragung im Speicher  wenige MB/s  50–800 GB/s  Zehntausende-fach
Grafikleistung  praktisch keine 3D-Leistung  viele Teraflops  Millionen- bis Milliarden-fach

Der entscheidende Punkt lautet daher: Die CPU allein wurde millionenfach leistungsfähiger; betrachtet man Grafik, KI, Speicher und Vernetzung zusammen, ist ein moderner PC funktional sogar Milliarden Mal leistungsfähiger als ein Rechner von 1980.

Die historische Entwicklung der Prozessorarchitektur zeigt beispielsweise das Computer History Museum⁠; bei Supercomputern dokumentiert die TOP500-Statistik⁠ den exponentiellen Leistungsanstieg seit 1993.
Parent - - By Frank Quisinsky Date 2026-08-09 21:30 Edited 2026-08-09 21:38 Upvotes 1
1.
Beeindruckend ist, dass z. B. Geräte mit 5Mhz schon Leistungen von echten ca. 1850 - 1900 Elo erzielt haben.
Letzendlich reicht das heute noch um wirklich gute Vereinsspieler in "Schach" zu halten.

2.
Beeindruckend ist auch, dass heute die Leistung der Prozessoren im NN Zeitalter nicht mehr entscheidend ist.
Es war schon schön zu beobachten, das eine Verdoppelung der Leistung vor dem NN-Zeitalter in den letzten Jahren von seinerzeit ca. 90-100 Elo
beständig auf ca. 30-40 Elo ca. bis 2018 zurückgegangen ist. Im NN Zeitalter spielt es kaum eine Rolle ob ein Prozessor mit 4 oder 6 Ghz bei
einem Core läuft. Eine Verdoppelung der Prozessorleistung ist wahrscheinlich bei den TOP-50 keine 10 Elo mehr. Bedeutet auch, dass schon
sehr gute Ratinglisten mit minimaler Zeiteinstellung erstellt werden könnten.

Interessant wird sein, welche Techniken vielleicht noch zu einem weiteren Schub nach vorne führen könnten.
Ich bzweifel das die Hardware dabei eine wesentliche Rolle spielen wird.

Es ist derzeit nichts am Horizont zu erkennen um dahingehend etwas zu sehen oder zu erkennen.
Vermutlich sind die Möglichkeiten mit NN aber auch noch nicht völlig ausgereizt.

Zusammenfassend:
Spannungsmomente hinsichtlich der weiteren Entwicklung sind bei nüchteren Blick weniger geworden.
Das Ende der Fahnenstange ist aber deswegen noch nicht erreicht.
Allerdings liegt heute alles so weit über dem menschlichen Horizont, das schon alleine deswegen die Spannungsmomente zurückgeht.
Die große Zeit der Computerschach-Entwicklung ist im Grunde fast beendet.

Nun stellt sich die Frage der sinnvolleren Nutzung.
Zum Beispiel die ECO-Codes neu aufzubauen!
Parent - - By Lothar Jung Date 2026-08-10 18:59
Hallo Frank,

die Geschwindigkeit der Rechenprozesse wird in den KI-Farmen auf die Spitze getrieben.
Natürlich werden die Internetserver auch immer schneller und durch Glasfaser Verbindungen kommen die Downloads immer schneller an.
Natürlich steigt der Energiebedarf, den wir letztendlich durch Klimaerwährmungen „bezahlen“ müssen.
Wo soll das noch alles hinführen?

Ob eine Engine 2.900 Elo oder 3.400 Elo erreicht, ist für das Schachspiel ziemlich nebensächlich.
ComputerSchach hat schon lange die Bodenhaftung verloren.

Gruss

Lothar
Parent - By Frank Quisinsky Date 2026-08-10 19:14 Upvotes 1
Hallo Lothar,

was aber nach wie vor Spaß macht ist sich mit den älteren Engines zu beschäftigen.
Oder gar mit den Schachcomputern von früher.

Der Reiz die älteren Geräte in den Händen zu halten und auch noch zu bewundern ist
bei mir ungebrochen. Oder die Schätze von früher ... Zarkov, Gandalf, SOS, AnMon in einem
kleinen Turnier.

Es gibt so viele Möglichkeiten die Sachen zu nutzen die wir heute haben.
Es besteht kein Grund mit diesem Hobby aufzuhören, nicht für einen echten
"Computerschächler".



Gruß
Frank
Parent - - By Tommy Tulpe Date 2026-08-13 09:27
Lothar Jung schrieb:

Ermittelt mit ChatGPT:

Die Rechenleistung eines typischen leistungsfähigen PCs ist seit 1980 ungefähr um den Faktor ein bis mehrere Millionen gestiegen. Eine völlig exakte Zahl gibt es nicht, weil sich Prozessoren, Programme und Aufgaben grundlegend verändert haben.

Als anschaulichen Vergleich wird ein durchschnittlichen PC von 1980 auf den Leistungsindex 1.

Jahr  Typischer Prozessor bzw. PC  Taktfrequenz ungefähr  Kerne  Leistungsindex*
1980  Z80, 6502, Intel 8086/8088  1–5 MHz  1  1
1985  Intel 80286, Motorola 68020  8–16 MHz  1  5
1990  Intel 386/486  25–50 MHz  1  30
1995  Pentium, PowerPC  75–200 MHz  1  200
2000  Pentium III, Athlon  600–1.200 MHz  1  1.500
2005  Pentium 4, Athlon 64  2–4 GHz  1–2  8.000
2010  Core i5/i7, Phenom II  2,5–3,5 GHz  4–6  40.000
2015  Core i7, erste Ryzen-Vorläufer  3–4 GHz  4–8  120.000
2020  Ryzen 3000/5000, Core i9  3–5 GHz  8–16  500.000
2025  Ryzen 9000, Apple M4, Core Ultra  bis etwa 5–6 GHz  8–24+  1–3 Millionen
2026  heutige Hochleistungs-PCs  bis etwa 6 GHz  16–32+ Threads  2–5 Millionen

*Der Index bezeichnet grob die gesamte CPU-Rechenleistung eines leistungsfähigen PCs, nicht nur die Taktfrequenz.

Ein heutiger leistungsfähiger PC erledigt eine geeignete Rechenaufgabe, für die ein PC von 1980 theoretisch ein Jahr gebraucht hätte, unter günstigen Bedingungen in ungefähr:

* 6 bis 30 Sekunden
* mit einer modernen GPU möglicherweise in einem Bruchteil einer Sekunde
* bei KI-Matrixberechnungen sogar noch erheblich schneller

Ein Linux-Mini-PC mit dem Ryzen 9 8945HX dürfte gegenüber einem typischen Heimcomputer von 1980 bei gut parallelisierbaren CPU-Aufgaben ungefähr einige Millionen Mal leistungsfähiger sein.

Die Entwicklung verlief in drei Phasen

1. 1980–2005: Taktfrequenz und Architektur
    Der Takt stieg von wenigen Megahertz auf mehrere Gigahertz. Gleichzeitig verbesserten sich Befehlsverarbeitung, Cache und Speicheranbindung.

2. 2005–2020: Mehrere Kerne
    Da sich der Takt kaum noch steigern ließ, kamen Dual-, Quad-, Acht- und Sechzehnkernprozessoren. Die Leistung wuchs nun vor allem durch Parallelisierung.

3. Seit 2020: Spezialisierte Recheneinheiten
    CPUs werden durch GPUs, NPUs, Tensor-Einheiten und breite SIMD-Befehle ergänzt. Deshalb ist die Leistung heute stark von der Aufgabe abhängig.

Andere Größen entwickelten sich noch dramatischer

Merkmal  Um 1980  Heute  Zunahme ungefähr
CPU-Takt  1–5 MHz  5–6 GHz  1.000–5.000-fach
Arbeitsspeicher  16–64 KB  16–64 GB  1–4 Millionen-fach
Massenspeicher  100 KB–10 MB  1–4 TB  Millionen-fach
Datenübertragung im Speicher  wenige MB/s  50–800 GB/s  Zehntausende-fach
Grafikleistung  praktisch keine 3D-Leistung  viele Teraflops  Millionen- bis Milliarden-fach

Der entscheidende Punkt lautet daher: Die CPU allein wurde millionenfach leistungsfähiger; betrachtet man Grafik, KI, Speicher und Vernetzung zusammen, ist ein moderner PC funktional sogar Milliarden Mal leistungsfähiger als ein Rechner von 1980.

Die historische Entwicklung der Prozessorarchitektur zeigt beispielsweise das Computer History Museum⁠; bei Supercomputern dokumentiert die TOP500-Statistik⁠ den exponentiellen Leistungsanstieg seit 1993.


Eine beeindruckende Aufstellung, geschätzter Lothar.
Und doch hätte es noch wesentlich rasanter gehen "müssen", wenn Morres Gesetz (Gordon E. Moore) sich längerfristig bewahrheitet hätte. Er prognostizierte bekanntlich, dass sich die Rechnerleistung ungefähr alle 18 Monate verdopple.
Seit 1980 sind (2026-1980) / 1,5 = 31 solcher 18-Monats-Intervalle vergangen.
Wenn wir von einem Prozessoertakt von 1 MHz ausgehen, müsste heute 1 * 2 hoch 18 = 262144 MHz = 262 GHz erreicht sein - utopisch im normalen PC Bereich.
Ja, die Kurve flacht schon lange ab, das ist bekannt. Ich wollte es nur nochmal anmerken.

Gruß, Ulrich
Parent - - By Lothar Jung Date 2026-08-13 13:00
Danke für die Ergänzung.
Soviel ist mitbekommen habe, gilt das Moore‘sche Gesetz weiterhin.
Aber wegen KI gibt es andere (qualitative) Steigerungsfaktoren.
Das sieht man im Schach durch den NNUE Einsatz.
Auch könnte man von einem Software-Problem bei der vorhandenen (leistungsfähigen) Hardware sprechen.
Auch nur einige AAA-Spiele nutzen die Hardware.
Quantencomputer in Rechenzentren läuten die nächste Phase ein.

Gruß

Lothar
Parent - - By Tommy Tulpe Date 2026-08-13 15:10 Upvotes 1
Das Mooresche Gesetz gilt seit rund 20 Jahren nicht mehr.
Parent - By Lothar Jung Date 2026-08-13 15:29
OK.

Aber ChatGPT gibt dazu eine differenzierte Antwort:

Das Moore’sche Gesetz ist nicht an einem bestimmten Tag „außer Kraft“ getreten. Je nachdem, was man darunter versteht, liegt der Wendepunkt unterschiedlich:

* Etwa 2004–2006: Die Taktfrequenzen der Prozessoren stiegen kaum noch. Ursache war vor allem das Ende der sogenannten Dennard-Skalierung: Kleinere Transistoren wurden nicht mehr automatisch entsprechend sparsamer und kühler. Deshalb wechselte die Industrie zu mehreren Prozessorkernen.
* Seit ungefähr 2012–2015: Die Verdopplung der Transistorzahl im ursprünglichen Rhythmus von rund zwei Jahren wurde schwieriger und unregelmäßiger.
* Seit etwa 2018–2022: Vor allem das „ökonomische Moore’sche Gesetz“ funktioniert nicht mehr zuverlässig. Mehr Transistoren sind technisch weiterhin möglich, aber sie werden nicht mehr automatisch billiger. Moderne Fertigungsanlagen und Chipdesigns kosten Milliarden.

Gordon Moore formulierte 1965 zunächst eine jährliche Verdopplung der Bauelemente; 1975 korrigierte er die Erwartung auf ungefähr zwei Jahre. Diese Entwicklung hält in abgeschwächter Form sogar noch an – durch kleinere Strukturen, Chiplets, dreidimensionale Stapelung und spezialisierte Beschleuniger.

Die präziseste Antwort lautet daher:

Für die vom Nutzer wahrgenommene Leistungssteigerung endete das klassische Moore-Zeitalter ungefähr 2005. Für die reine Transistorzahl gilt es abgeschwächt noch heute; wirtschaftlich ist es spätestens seit den späten 2010er-Jahren gebrochen.

Darum werden Computer heute nicht mehr hauptsächlich durch höhere Taktraten schneller, sondern durch mehr Kerne, GPUs, NPUs, spezialisierte Einheiten und bessere Software.
Up Topic Hauptforen / CSS-Forum / Entwicklung der Rechenleistung von PCs seit 1980

Powered by mwForum 2.29.3 © 1999-2014 Markus Wichitill