Liebe Schachexperten,
das Thematurnier zum Parham-Angriff ist beendet und Peter Martan hat ed sehr überzeugend gewonnen. Herzlichen Glückwunsch, Peter! Interessierte können alle Partien auf der LSS Homepage betrachten oder herunter laden.
Ausgangsstellung des Turniers waren die Züge 1. e4 e5 2. Dh5 Sc6 3. c3
In ernsthaften Partien wird Weiß nicht so spielen, das war allen klar, weil er zumindest den Anzugsvorteil aus der Hand gibt. Ingo Althöfer schrieb im voraus: "Ein oder sogar das Hauptspiel im Dh5-Angriff ist 1. e4 e5 2. Dh5 Sc6 3. Lc4 . Jetzt droht Matt auf f7, und Schwarz sollte entweder 3... g6 oder 3... Df6 spielen. Sobald Schwarz die direkte Mattgefahr abgewendet hat, droht er mit Sc6-d4 oder nach weißem d2-d3 mit Sc6-a5 und Abtausch des Springers a5 gegen den Läufer c4. Mit 3. c2-c3 verhindert zum einen das lästige Sd4 und schafft zum anderen dem Lc4 das Rückzugsloch auf c2. Natürlich zahlt Weiß dafür einen Preis. Durch die kommenden Fernpartien möchte ich auch verstehen, wie hoch dieser Preis ist."
Die Frage war also, ob Schwarz bereits auf Gewinn steht oder ob Weiß noch ein Remis erzielen kann. Die Turnierergebnisse mögen dazu keine eindeutige Antwort geben. Ich habe mich seitdem aber nochmal intensiv mit allen Möglichkeiten beschäftigt und möchte kühn behaupten:
Schwarz steht auf Gewinn! Als Schlüsselpartie kann man die Partie Haug - Martan 0-1 her nehmen, die Peter in nur 21 Zügen für sich entschied, für die ich aber trotz intensiver Suche keine Verbesserungen für Weiß finden kann. Gilt das als Beweis? Nicht im mathematisch-logischen Sinne, das ist klar.
Hier ist sie:
Event:
Ort:
Datum:
Weiss:
Schwarz:
Ergebnis
Board
Da ich es nicht geschafft habe, Abzweigungen / Varianten in die nachspielbare Partie zu übertragen (geht das überhaupt??), hier noch ein paar Überlegungen zusätzlich:
6. h3 bewährte sich nicht in Althöfer - Haug 0-1
Mit 7. Sg5 konnte Peter Martan als Weißer gegen Ingo Althöfer einen halben Punkt holen. Ich bezweifle aber, ob das tatsächlich eine Verstärkung des weißen Spiels ist. Man beachte z.B. 7. Sg5 Lg4 8. Sf3 Dd6 9. h3 Lh5 10. Lg5 Sd7 .
11. c4 kommt in Betracht mit der Fortsetzung 11. c4 c6 12. 0-0 a5 13. bxa5 Lxa5 14. Sbd2 oder 14. a4. Beide weiße Fortsetzungen haben verloren.
18. Sh2 wurde in der Nachanalyse von Peter Martan als Denkanstoß ins Spiel gebracht. Nach meinen Analysen ist das keine Rettung, z.B. 18. Sh2 Sf4 19. Lf3 Sd7 20. Lg4 {20. Tfb1 Lc7} Lxg4 21. hxg4 Se2+ 22. Kh1 Dh4 .
Aus dieser Stellung heraus habe ich Engine-Turniere veranstaltet mit dem Ergebnis +0 / =1 / -16 .
21. Dd1 hätte vielleicht etwas mehr Gegenwehr geleistet. aber die Niederlage kaum verhindert. Konkrete Vaianten kann ich nicht liefern. Es zweigt sich breit auf.
Es wäre toll, wenn jemand weitere Ideen einbringt.
Freundliche Grüße, Ulrich