Thomas Zipproth schrieb:
Und ich hatte das ganze schon mal mit 1. g4 durchgespielt
Die Gemeinsamkeit mit dem Lettischen Gambit nach 1.e4 e5 1.Sf3 f5 ist unter anderem die geringe Zugzahl der Vorgabe.
Mein Versuch mit SF- Reckless zum Lettischen Gambit,
https://forum.computerschach.de/cgi-bin/mwf/topic_show.pl?pid=178819#pid178819, war nicht als statistisch belastbarer Beweis für die Genauigkeit der Aussage der Eval gedacht, aber bei einer TC von immerhin 3'+1", was ja gegen echte VSTC schon direkt lang ist (

) und einem doch immerhin mit entsprechend großen Partiezahlen ansonsten immerhin noch nachweisbarem Spielstärkenunterschied wie zwischen Reckless und SF, sind die 5 Remis in den 150 Partien ja auch nicht gerade viel (mit steigender Hardware- TC und reinem Selfplay sollte die draw rate ja im Allgemeinen eher steigen als sinken).
In Eröffnungen würde ich der SF- Eval heutzutage eher noch mehr trauen als im verwickelten Mittelspiel, in dem die Suche komplizierter wird, und im Endspiel, in dem eine Eval von +2 schon deutlich Remis- verdächtiger ist als in der Eröffnung, weil bei entsprechend reduziertem Material die Varianten bis zu den tbs durchrechenbar eher +199 oder eine DTM im Output haben, wenn die Stellung zwingend gewonnen ist. +2 wäre da eher hinterfragenswert, ob Festungen und oder die 50 Züge eventuell je nach Hardware- Zeit und Engine möglicher Weise einfach zu optimistisch als zu vorsichtig beurteilt werden, was die Suche angeht, die natürlich sowieso immer das Fragezeichen an der ansonsten noch so guten Eval bleibt, dass z.B. eigens als solche komponierte anti engine puzzles Ausnahmen darstellen, schrieb ich schon an anderer Stelle. Und natürlich gibt's auch Eröffnungsstellungen, die SF für meine Analysen und das, was ich persönlich an Eval am besten fände, weniger genau richtig ausgibt, aber welche das sind, (und natürlich kann ich mich erst recht leicht mehr oder weniger irren, auch mit noch so guter Engine- und Datenbankunterstützung) werde ich hier sicher nicht veröffentlichen, das sind meine wenigen Resthoffnungen im Fernschach

Nein, im Ernst, über+2 nach 2 Zügen (oder noch früher), das ist in aller Regel gelaufen. Man kann's ja am einfachsten dadurch ausprobieren, dass man 2 Bauern einer Seite so wegnimmt, dass die Eval dann nicht gleich viel höher als +2 für die Seite im Vorteil ist (und das wird eben, wenn man nur auf einer Seite 2 kassiert, schon schwer, da muss man schon eine Weile herumprobieren, und es sollte eher die weiße als die schwarze Seite sein, damit nicht der Anzugsvortei auch noch dazu kommt, so ginge es z.B. halbwegs, wenn man nicht allzu lange rechnen lässt:
Analysis by Stockfish dev-20260402-5eeca739:
1.Sc3 d6 2.e4 g6 3.Le3 Lg7 4.a3 Lxc3+ 5.bxc3 Sc6 6.f3 Sf6 7.Se2 d5 8.exd5 Sxd5 9.Lh6 Dd6 10.c4 Sb6 11.Dxd6 cxd6 12.Sf4 Sd4 13.Kf2 Se6 14.a4 Sxf4 15.Lxf4 Le6 16.c5 dxc5 17.Lb5+ Sd7 18.Thb1 0-0-0 19.a5 a6
Tiefe: 39/64 00:01:25 2237MN, tb=230
Schwarz steht deutlich besser.
-+ (-2.08)
Und ja, UHO im weitesten Sinn ist das Prinzip, mit dem heutzutage am meisten getestet und gespielt wird, was sich auch wieder aufs Training der Netze auswirkt, so gesehen sollten die um die +1 herum evaluierten frühen Eröffnungsstellungen diejenigen sein, die das beste Verhältnis zwischen Prognose und Ergebnis haben, sie sind also sowieso sozusagen self fulfilling prophecies in der Selektion für die Fortschrittskontrolle, somit auch als Grundlage weiteren Fortschritts, sofern er auf diese Art überhaupt noch nachweisbar ist, so what?