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- - By Benno Hartwig Date 2021-10-09 06:39
Die Zeit des "busy waiting" bei TCEC ist vorbei, und es steht der "S21 - Cup 9" bevor.
Im Moment haben wir noch eine Testphase.

Aber hier ist schon mal beschrieben, was dann kommen wird:
https://wiki.chessdom.org/TCEC_Cup_9
https://wiki.chessdom.org/TCEC_Cup_rules
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-12 12:21
Es spielt übrigens gerade ein Fritz 18_20211010 gegen komodo 14 ein Remis.
Jetzt hat schon die Rückpartie angefangen
Parent - - By Tobias Lagemann Date 2021-10-12 13:36
Hallo Peter,

aber Fritz 18 spielt auf 104 Threads, Komodo auf 4.

Viele Grüße
Tobias
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-12 13:59
Jaja, Tobias, das Ganze ist sowieso nur ein Testlauf, welche Engines wieviele Abstürze produzieren auf was für einer Hardware. Lustig, diesmal bin ich es, der dir sagt, dass es hier nicht auf Ranglisten- artige Ergebnisse ankommt, das letzte Mal war es umgekehrt

https://forum.computerschach.de/cgi-bin/mwf/topic_show.pl?pid=148026#pid148026

Parent - By Tobias Lagemann Date 2021-10-12 14:54
Hallo Peter,

ich sehe immer noch die Unterhaltung vorn. Ich wollte nur das Remis in den Hardware-Kontext setzen, damit niemand auf die Idee kommt, dass Fritz 18 in einem Minimatch über 2 Partien Komodo standhält ... Ach so, Rückpartie ging auch remis aus.

Viele Grüße
Tobias
Parent - By Michael Bechmann Date 2021-10-18 00:31 Edited 2021-10-18 00:35 Upvotes 1
Warum darf der Lagemann jetzt wieder hier schreiben? Es war doch am 25.08.2021 gesperrt, u. a. wegen "Sozialsau",  garniert mit der Unterstellung, dass ich seit Jahrzehnten eine asoziale Partei gewählt hätte (was er gar nicht wissen kann). 

Das muss wohl ein Versehen sein - Bitte ganz schnell wieder sperren!
Parent - - By Klaus S. Date 2021-10-17 19:07 Edited 2021-10-17 19:12 Upvotes 1
Koivisto gewinnt mit schwarz gegen Stockfish 11 !

Event:
Ort:
Datum:

Weiss:
Schwarz:

Ergebnis
Board


Und jetzt hat Cup 9 begonnnen !
Parent - - By Lothar Jung Date 2021-10-17 20:36
Eine erste Überraschung im ersten Spiel:  Amoeba gegen SF  Remis.
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-18 18:19 Edited 2021-10-18 18:33
und eine zweite Überraschung: Halogen gewinnt gegen Minic (Setzlistenplatz 25 gewinnt gegen Platz 9)
Aber bei diesem 8.5 zu 7.5 stand es wohl auch lange auf Messers Schneide.
Und in der entscheidenden Partie, die Halogen dann gewann, fühlte sich Minic sogar eine ganz Weile mit mehr als 1,5 Bauerneinheiten im Vorteil, bis seine Stellung dann den Bach runter ging.
Parent - By Lothar Jung Date 2021-10-18 18:26
Die „Kleinen“ werden besser und bissiger.
Sich nur auf SF und Lc0 zu fokussieren, macht auf Dauer keinen Spaß.
Das ist wie Bayern und Dortmund im Fußball.
Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

Lothar
Parent - - By Andreas Matthies Date 2021-10-18 20:57
Tatsächlich sind Minic und Halogen die Nummern 16 und 17 der Setzliste. Siehe https://wiki.chessdom.org/TCEC_Cup_9
Die Setznummern im Raster der Live-Website sind leider falsch. Ursache ist, dass die Software bisher immer für eine Equal-distance Ansetzung eingesetzt wurde (1-17, 2-18,3-19...), beim aktuellen Turnier aber ein anderes System gespielt wird (1-32, 2-31,3 -30...). Daher musste die Software mit falschen Setznummern überlistet werden, die gewünschten Paarungen anzusetzen.

Gruß, Andreas
Parent - By Benno Hartwig Date 2021-10-18 22:22
Ah, Danke Andreas!
- - By Benno Hartwig Date 2021-10-18 22:26
Stoofvlees gewann gerade gegen Topple.
Während Topple schon lange in der Schlussphase eifrig vermeldete: "Oh, ich werde in xyz mattgesetzt werden!",
machte  Stoofvlees überhaupt keine Matankündigungen.  Selbst als die Engine direkt matt setzte, bewertete sie dies mit geheiminsvoll-optimistischen 101,82.
Parent - By Peter Martan Date 2021-10-20 09:14 Edited 2021-10-20 10:09
Defenchess-Vajolet 5-5, nächste Partie gerade gestartet.

Edit: Die hat Defenchess jetzt gewonnen.

Die folgende Vierergruppe wird wohl auch spannend mit Ethereal- Koivisto und Revenge (dem kommerziellen Pedone- Nachfolger) gegen Wasp.
- - By Benno Hartwig Date 2021-10-20 21:05
Ethereal hat gegen Koivisto verloren! 2.5 zu 1.5!
Ich denke, dies ist wohl wirklich überraschend. In der "eigentlichen" Setzliste sind das immerhin die Plätze 7 und 26.
Parent - - By dkappe Date 2021-10-20 21:13 Upvotes 1
Benno Hartwig schrieb:

Ethereal hat gegen Koivisto verloren! 2.5 zu 1.5!
Ich denke, dies ist wohl wirklich überraschend. In der [url]"eigentlichen" Setzliste[/url] sind das immerhin die Plätze 7 und 26.


Koivisto hat sich in den letzten Wochen den vielen bugs entledigt und ist jetzt eine DivP Engine.
Parent - By Benno Hartwig Date 2021-10-20 21:20
Fein, schauen wir mal, was im nächsten TCEC-Hauptevent passiert.
- - By Benno Hartwig Date 2021-10-20 21:28 Edited 2021-10-20 22:05
Weiss hat gerade eine Partie gegen Dragon verloren. Keine Überraschung natürlich.
im 76. Zug zog Weiss Kxe2 mit der Bewertung -M2 ("ich werde wohl in zwei Zügen matt gesetzt")

Warum eigentlich? Was denkt sich Weiss mit dieser Bewertung?
Dragon sieht sich drastisch im Vorteil (-250.0).
Aber wenn man Stockfish etwas über die Antwort auf den Weiss-Zug grübeln lässt, fühlt er sich zunächst saustark überlegen, um dann irgendwann aber doch bei sehr moderaten Bewertungen -3.x anzukommen.
? ? ?

PS:
Eingetragen wurde diese Partie nach diesem Weiss-Zug dann als Sieg für den schwarzen Dragon.
Parent - - By Thorsten Czub Date 2021-10-20 22:41
Parent - - By Olaf Jenkner Date 2021-10-21 01:31
Wie sagte Adorno sinngemäß?
"Es hilft nichts, wenn sie die Schrecken von Vietnam besingt, weil sie dann mit ihren Liedern der Schrecklichkeit des Krieges noch eine weitere Dimension hinzufügt."
Parent - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 09:08
Na ja, erstens "besingt" Baez die Schrecken nicht, sondern prangert sie an.
Und zweitens war es der gleiche Adorno, der auch postulierte, dass nach Auschwitz noch Gedichte zu schreiben barbarisch sei.
Ungefähr eine halbe Autoren-Generation nach ihm hat das ernstgenommen, die nächsten besannen sich dann
zum Glück darauf, dichtend wieder gegen den Krieg anzuschreiben:
https://glarean-magazin.ch/2009/10/13/hans-sahl-die-gedichte-gesamtausgabe-luchterhand-verlag-lyrik-literatur-rezension/
Adorno ist brillant, aber in Teilaspekten doch inzwischen sehr relativiert...

Gruss: Walter

.
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-21 10:02 Edited 2021-10-21 10:22
https://www.youtube.com/watch?v=Xd7Fhaji8ow

https://www.deutschlandfunkkultur.de/adornos-einfluss-auf-die-popmusik-guter-pop-ist-adornitisch.2177.de.html?dram:article_id=455611

Von dort:

Zitat:
Adorno war als Musikphilosoph allen Arten der populären Musik vom Jazz bis zum Rock eher abgeneigt. Gemessen an diesem Umstand erfreut er sich seit langer Zeit – und immer noch – einer erstaunlichen Beliebtheit bei Pop-Schaffenden.

Das Werk des Philosophen Theodor W. Adorno war und ist trotz seiner Komplexität eine Fundgrube für die Popmusik. Aufgrund seiner oft aphoristischen Schreibweise bot sich die Rezeption Adornos geradezu an. „Daraus haben sich viele Zitate und Kalendersprüche ziehen lassen“, sagt Jens Balzer.


Ich kann mir nicht helfen, mir drängt sich dazu auf:

"Gott ist tot.
Nietzsche."

"Nietzsche ist tot.
Gott."

Nicht, dass Popmusik unbedingt göttlich sein muss, aber über Sinn und Schönheit von der Verbindung von Musik und Poesie philosophisch zu urteilen, geht gerade für einen Musiker (der Adorno ja auch war) ein bisschen am Kern der Sache an und für sich vorbei. Es hätte hier meiner unmaßgeblichen Meinung nach schon gereicht, wenn überhaupt etwas, dann z.B. zu sagen: ist mir zu kitschig, unbeliebt macht man sich aber bei Fans damit auch schon unnötiger Weise, philosophus mansisses also doch auch wieder nicht.

Und um die Linksammlung komplett zu machen, hätten wir hier noch den Song in der ursprünglichen Fassung von Bob Dylan mit Text dazu:

https://www.google.com/search?q=farewell+angelina+bob+dylan&oq=farewell+angelina+b&aqs=chrome.0.0i355i512j46i512j69i57j0i512j46i512j0i22i30l2j69i60.5736j1j4&sourceid=chrome&ie=UTF-8

Sorry, could not resist once in a while again regards
Parent - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 10:43 Upvotes 1
Peter Martan schrieb:
<a class='ura' href='https://www.youtube.com/watch?v=Xd7Fhaji8ow'>https://www.youtube.com/watch?v=Xd7Fhaji8ow</a>
<a class='ura' href='https://www.deutschlandfunkkultur.de/adornos-einfluss-auf-die-popmusik-guter-pop-ist-adornitisch.2177.de.html?dram:article_id=455611'>https://www.deutschlandfunkkultur.de/adornos-einfluss-auf-die-popmusik-guter-pop-ist-adornitisch.2177.de.html?dram:article_id=455611</a>
Von dort:
Zitat:
Adorno war als Musikphilosoph allen Arten der populären Musik vom Jazz bis zum Rock eher abgeneigt. Gemessen an diesem Umstand erfreut er sich seit langer Zeit – und immer noch – einer erstaunlichen Beliebtheit bei Pop-Schaffenden.
Das Werk des Philosophen Theodor W. Adorno war und ist trotz seiner Komplexität eine Fundgrube für die Popmusik. Aufgrund seiner oft aphoristischen Schreibweise bot sich die Rezeption Adornos geradezu an. „Daraus haben sich viele Zitate und Kalendersprüche ziehen lassen“, sagt Jens Balzer.

Adorno war der Pop-Musik nicht nur "eher abgeneigt", sondern er hat sie musikästhetisch und kultursoziologisch sogar vernichtend analysiert. Unterm Strich war Pop für ihn eine einzige kapitalistisch generierte Infantilität. Bestenfalls ein Hort für "beschädigte Leben"...
Damit hatte er über weite Teile hinweg wohl recht - aber heute aus der musikhistorischen Distanz können wir das differenzieren und Pop-Schund von -Qualität unterscheiden...

Kann es sein, dass wir gerade ein bisschen off-topic sind?

Gruss: Walter
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-21 15:28
Ich denke, Adorno irrt hier.
Die Politik wurde zur Beendigung des Vietnamkrieges motiviert, weil die Bevölkerung immer breiter ganz massiv auf solch eine Beendigung drängte.
Und die populären Musiker, die auf die Schrecken des Krieges aufmerksam machten, die das Thema lebendig hielten, die zum Protest motivierten, die dem Protest Selbstbewusstsein gaben, haben dazu IMHO einen ganz maßgeblichen Teil beigetragen.
Adorno irrt, wenn er dies denn wirklich so meinte, wie du sagst.
Parent - - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 16:13
Benno Hartwig schrieb:

Ich denke, Adorno irrt hier.
Die Politik wurde zur Beendigung des Vietnamkrieges motiviert, weil die Bevölkerung immer breiter ganz massiv auf solch eine Beendigung drängte.
Und die populären Musiker, die auf die Schrecken des Krieges aufmerksam machten, die das Thema lebendig hielten, die zum Protest motivierten, die dem Protest Selbstbewusstsein gaben, haben dazu IMHO einen ganz maßgeblichen Teil beigetragen.
Adorno irrt, wenn er dies denn wirklich so meinte, wie du sagst.

...wobei aus Adorno's Schriften zum Thema nicht so wirklich klar hervorgeht, welchen Teil der damaligen "Populären Musik" er tatsächlich in Bausch und Bogen verdammte.
Irgendwie war ihm überhaupt einfach alles suspekt, was in der Musik die "Progression des Materials" nicht vorantrieb. In diesem Sinne lehnte er in seiner Spätkapitalismus-Kritik
die "Popular-Musik" genauso ab wie etwa die "restaurative" Musik eines Strawinsky oder Sibelius. Neben der Zwölftonmusik bzw. der Wiener Schule (Schönberg, Berg, Webern),
der er die höchste gesellschaftliche "Sprengkraft" beimaß, hatte bei Adorno nicht viel anderes Platz...
Wäre trotzdem interessant zu wissen, wie er z.B. über die Stones dachte, deren Detonationen in der bürgerlichen Gesellschaft doch sicher auch bis in seine Hörsäle gedrungen sein dürften...
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-21 17:59
Mir scheint, man muss diesen Adorno nicht unbedingt für besonders wegweisend in der Musik halten. 
Parent - - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 18:17
Benno Hartwig schrieb:
Mir scheint, man muss diesen Adorno nicht unbedingt für eine besondere  Koryphäe der Musik halten. 

Ganz im Gegenteil! Er war ein immens musikalischer Kopf, als Alban-Berg-Schüler hatte er genuinen Zugang zum Wiener Kreis, und als Komponist
fand und findet er immer wieder Aufführungen:
https://www.youtube.com/watch?v=Qvv8fzZISfU&ab_channel=TheWelleszCompany
Natürlich hat er als Schaffender die Musikgeschichte nicht geprägt, aber als Musikphilosoph bestimmte er wesentlich
die akademische Diskussion über die zeitgenössischen Komponisten, vornehmlich mit seiner "Philosophie der Neuen Musik". Der Diskurs über Musik
war in den 1950er und -60er Jahren ganz wesentlich einer mit und über Adorno.

Wie jeden großen Denker muss man halt auch ihn in den Kontext seiner Zeit stellen.

Eine m.E. wirklich gut-kompakte Biographie über ihn liest man übrigens bei Wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Theodor_W._Adorno
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-21 20:07
Ok, ich weiß von Adorno kaum was und ließ mich leiten von dem, was ich hier im Thread las.
Aber wenn jemand seine Abneigung gegen Strawinsky und Sibelius für etwas Lehrenswertes hält, dann finde ich das schon irgendwie arrogant.
Ich mag Strawinsky und Sibelius. Die beiden haben durchaus eine sehr eigene musikalische Handschrift mit einer ganzen Menge Daseinsberechtigung.
Finde ich. Musikalischer Laie und interessiert. Ok, mehr wohl nicht. Aber trotzdem!
Parent - - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 20:35 Edited 2021-10-21 20:38
Ja, und die musikhistorische Rückschau gibt dir natürlich recht: Insbesondere Strawinskys Schaffen
erwies sich als absolut singulär - und seine Techniken gleichwohl breit inspirierend. Sein "Sacre" ist ein Meilenstein.

Sibelius kommt im allgemeinen Diskurs auch heute noch weniger gut weg - und manches in seiner Sinfonik ist in der Tat
entweder epigonal oder schlicht banal; das lässt sich vergleichend in den Partituren nachweisen.
Sibelius fällt am ehesten unter Adorno's vernichtendes Diktum, solche Musik sei im "Jargon der Eigentlichkeit"
(ursprünglich gegen die Metaphysik Heideggers u.a. gerichtet) geschrieben. Sibelius' krampfhaftes Festhalten am Tonalen
(trotz den Kultur-Erosionen der Nachkriegszeit) konnte Adorno nicht ab, er nannte solche Musik schlicht "falsch".

Im Rückblick muten diese damaligen Richtungsstreite - aus der heutigen Sicht einer "postmodernen Beliebigkeit" -
irgendwie fast rührend an. Aber sie stammen aus einer Zeit, in der Musik noch wirklich "bewegte"...
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-21 21:15 Edited 2021-10-21 21:44 Upvotes 1
Walter Eigenmann schrieb:

Im Rückblick muten diese damaligen Richtungsstreite - aus der heutigen Sicht einer "postmodernen Beliebigkeit" -
irgendwie fast rührend an. Aber sie stammen aus einer Zeit, in der Musik noch wirklich "bewegte"...

Was die wahrhaft Gelehrten halt immer wieder mehr bewegt als die Kunst selbst, ist der Diskurs darüber

Sei mir nicht böse, ich weiß, du bist viel mehr Fachmann als ich, aber die praktische Seite habe ich auch eine Zeit lang auf einer Musikhochschule lernen dürfen, nur instrumental reproduzierend, weil ich so wie beim Komponieren von Schachstudien zu unbegabt fürs Schöpfen war und bin. Auf der anderen Seite war es mir immer zu blutleer, die Musik nur als Rechenexempel zu betrachten und ich hatte immer zu viel Respekt vor dem, was es schon alles an Genialem gab, um meinen eigenen Dilettantismus nicht zu erkennen. Ein Tonio Kröger- Schicksal

Aber was Sibelius angeht, lasse ich den lieber für sich selbst sprechen, ich kann das nämlich auch sicher nicht besser als er. Meinem unmaßgeblichen Urteil nach fehlt Adorno hier, sag ich jetzt mal so, vielleicht auch einfach der Zugang. Es mag ja durchaus auch so sein wie bei den Sprachen, und Finnisch ist mit Ungarisch eine Familie, zu der man gehören muss, um sie zu verstehen. Vielleicht ging's ihm ja auch ein bisschen, wie es Salieri mit Mozart ging. Nicht, dass ich Sibelius mit Mozart vergleichen würde wollen, aber Salieri und Adorno, wenn man schon bei unpassenden Vergleichen ist beim "Diskurs", die sehr unterschiedliche Zeit einrechnend, und Genies waren die beiden jetzt halt für mich einfach beide keine, wenn man Adorno nur als Musiker sieht, sorry, er reißt mich eben auch einfach nicht vom Hocker. Da noch eher Salieri

Sibelius hingegen ...

https://www.youtube.com/watch?v=J0w0t4Qn6LY

Naja, ok, es hat auch seine Längen, aber auf die muss man sich halt ein bisschen einlassen, dann wird man reichlich belohnt.

Und um auf deine Frage zurück zu kommen, ja, wir sind etwas off topic, aber es war wirklich nicht ich, der damit angefangen hat, ich frage mich immer noch, wie Thorsten auf Farewell Angelina gekommen ist, wundert sich gerade wieder...
Parent - - By Walter Eigenmann Date 2021-10-21 23:12
Peter Martan schrieb:
Meinem unmaßgeblichen Urteil nach fehlt Adorno hier, sag ich jetzt mal so, vielleicht auch einfach der Zugang.
...wobei man aufpassen muss: Es geht hier nicht um Geschmack oder Empathie oder Vorlieben u.ä. Sondern um objektive Befunde,
nachzuweisen in den Partituren selber. Zahllose Stellen bei Sibelius sind einfach Abklatsch der progressiveren Spätromantik -
der Vorwurf des Epigonalen, Banalen und Kitschigen ist leider nicht immer von der Hand zu weisen.
Die traditionelle Sibelius-Pietät will natürlich lieber seufzend die Augend schliessen und in den rauschend-schönen Wäldern Finnlands versinken...
Wenn da nicht Spielverderber Adorno wäre, der dem Sibelius-Schmachter die Augen schonungslos wieder öffnet...

Ein sehr guter (und durchaus teils Adorno-kritischer!) Artikel über die neuere Sibelius-Rezeption findet sich hier:
https://relatedrocks.com/1999/05/01/zur-rezeption-der-musik-von-jean-sibelius-1865-1957-in-der-deutschen-fachliteratur-seit-1945/

Doch jetzt Schluss damit, wenden wir uns wieder den wirklich wichtigen Dingen des Lebens zu - z.B. dem Schach...
Parent - By Peter Martan Date 2021-10-21 23:30 Edited 2021-10-21 23:51
Walter Eigenmann schrieb:

Die traditionelle Sibelius-Pietät will natürlich lieber seufzend die Augend schliessen und in den rauschend-schönen Wäldern Finnlands versinken...
Wenn da nicht Spielverderber Adorno wäre, der dem Sibelius-Schmachter die Augen schonungslos wieder öffnet...

Ich höre aber nicht mit den Augen, Walter, drum kann man mir ruhig dieselben (Augen) öffnen und ich schmachte trotzdem für alles weiter, was Adorno nur denen an Spaß verderben kann, die nicht mit den Ohren hören, was die hören, und was ich höre.

Genau, zurück zum Schach, für das zu schmachten ja wohl auch nicht unbedingt das Sinn- und Inhaltsvollste auf der Welt ist, und in der allgemeinen Ausübung schon gar nicht die gar hohe Kunst, wie wir mehr und mehr sehen, seit es uns die Blechtrotteln immer mehr entzaubern, was wir an menschlichem Spiel so alles bewundern, weil wir's halt auch nicht verstehen.
Würde man mit so hehren Maßstäben an Kunst und Kultur ans Schach herangehen, wie Adorno an das, was er unter Musik versteht, müsste man Schach auch ziemlich viel kritischer betrachten, betrachtet kritisch gerne auch mal was Anderes...
Parent - By Benno Hartwig Date 2021-10-22 00:04 Upvotes 2

>...objektive Befunde...


Ja, sicherlich gibt es deutlich mutigere Erneuerer als Sibelius. Klar.
Aber er hat vorhandene Strukturen um seine persönliche Note ergänzt und so manches sehr schön anzuhörendes Werk geschaffen.
Sicherlich hat Schönberg deutlich kräftiger erneuert. Nur, mir gefällt oft nicht, was Schönberg schuf.

Wenn Komponisten sehr Neues machen, dies aber nicht gefällt. Ist es dann trotzdem gut? Nicht unbedingt, meine ich.
Braucht man dann nur eine Analyse der Partituren, um das zu entscheiden? Oder hat das nicht doch auch was mit den hervorgerufenen Empfindungen zu tun?

Ja, Geschmäcker mögen verschieden sein.
Und ich finde in Sibelius' Musik eher das, was ich in Musik suche.
Da mag man (oder auch Herr Adorno) nun über mich denken, was man (er) will.
Parent - By Peter Martan Date 2021-10-20 22:51
Optimaler Weise wäre das laut Lomonosov 7Steiner so weitergegangen:

[Event "?"]
[Site "?"]
[Date "????.??.??"]
[Round "?"]
[White "?"]
[Black "?"]
[Result "0-1"]
[SetUp "1"]
[FEN "3R4/8/8/7p/6bP/5nk1/4K3/8 b - -"]

1...Nxh4+ 2.Ke3 Nf3 3.Rd1 h4 4.Rc1 h3 5.Kd3 h2 6.Rh1 Bh3 7.Kc3 Bg2 8.Rxh2 Nxh2
9.Kb3 Ng4 10.Ka3 Ne3 11.Ka2 Bd5+ 12.Ka1 Kf3 13.Kb2 Bc4 14.Kb1 Ke4 15.Ka1 Nc2+
16.Kb1 Kd3 17.Kc1 Kc3 18.Kb1 Bb3 19.Kc1 Ba2 20.Kd1 Nd4 21.Ke1 Bd5 22.Kd1 Be4
23.Kc1 Ne2+ 24.Kd1 Kd3 25.Ke1 Ke3 26.Kd1 Bd3 27.Ke1 Bc2 28.Kf1 Nf4 29.Ke1 Ng2+
30.Kf1 Kf3 31.Kg1 Ne3 32.Kh1 Bf5 33.Kg1 Kg3 34.Kh1 Kf2 35.Kh2 Nf1+ 36.Kh1 Be4#
0-1
Parent - By Andreas Matthies Date 2021-10-21 11:41
Die GUI beim TCEC zeigt für einige Engines falsche Matt-Ergebnisse an, Weiss ist eine davon und in diesem Spiel könnte das die Ursache sein.
Das Problem ist, dass es für "Sieg/Niederlage durch Tablebase garantiert" im UCI Protokoll keine genormte Ausgabe gibt und die Engines das deshalb durch irgendwelche sehr große (positive bzw. negative) Werte ausdrücken. Weiss z.B. nimmt 30000- dtz (distance to zero Wert aus der TB) als Ergebnis und die GUI (oder das von der GUI verwendete cutechess) interpretiert das leider als Matt in dtz Zügen, vermutlich weil es auch etliche ältere Engines gibt, die echte Mattscores als 30000-dtm ausgeben, obwohl das UCI-Protokoll dafür eigentlich eine eigene Ausgabe ("mate" statt "score") zur Verfügung stellt.
Komodo zeigt vermutlich grundsätzlich nur 25000 für einen durch die TB garantierten Sieg an ohne den dtz zu berücksichtigen.
Meine Engine hat es früher auch wie Weiss gemacht, ich bin dann aufgrund der falschen Mattanzeige auf 29900-dtz gewechselt, dann zeigt die TCEC-GUI halt sowas wie 298,75. Nicht schön aber zumindest erkennt man den Sieg durch TB.

Grüße, Andreas
- - By Benno Hartwig Date 2021-10-24 07:33 Upvotes 1
Ui, Lc0 tut sich gegen Koivisto aber richtig schwer!
Nach inzwischen 15 Partien haben wir einen Gleichstand und die Auseinandersetzung geht weiter.
Mal schauen, und Koivisto hat vielleicht durchaus seine Chance gegen Lc0! (Das soll man erst mal schaffen!)
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 08:54
Benno Hartwig schrieb:

Ui, Lc0 tut sich gegen Koivisto aber richtig schwer!
Nach inzwischen 15 Partien haben wir einen Gleichstand und die Auseinandersetzung geht weiter.

Ja, episch!
Das 6-Züge-Buch von Nelson Hernandez, das fürs Viertelfinale verwendet wird, entlässt die Engines halt auch in ziemlich ausgeglichene Stellungen, was ich nur so ein bisschen geschaut habe.
Jetzt geht gerade die 17. Partie in Serie Remis aus
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-24 12:33
Ja, 20 mal remis inzwischen.
Mir Partielängen zwischen 38 und 131.
Und diese lange Partie geriet auch nur deshalb so lang, weil Koivisto lange Zeit sturheil nicht einsehen wollte, dass sich aus seinem Mehrbauern einfach nichts machen lässt.
Und augenscheinlich hatte der Blick in die Endspiel-DBs der Engine lange auch nicht zum Durchblick verhelfen können.
Eigentlich staune ich darüber schon.
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 12:46
"kovistochess" hingegen wundert sich im Chat, dass es LC0 schafft, 21 Partien (die 22. läuft gerade) ohne groben Fehler (der Original- Ausdruck war, mir scheint, blunder) zu spielen
Parent - - By Benno Hartwig Date 2021-10-24 12:56

> ohne groben Fehler


Vielleicht hatte Koivisto solche Fehler ja auch einfach nur nicht nutzen können.  
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 13:02 Edited 2021-10-24 13:04
kovistochess meinte, denke ich, mit blunder solche, die jede gute Engine nutzen kann, drum habe ich sein "blunder" mit "grobe Fehler" übersetzt.
Aber natürlich könnte koivisto vorher einen Fehler machen, groß genug, dass ihn LC0 sollte nutzen können.
Ich sehe das nur nicht so recht kommen, so lange nicht mal wieder was anderes als 6 Züge Mainstream Sizilianisch vorgesetzt wird, jetzt ist's ja immerhin eine Art Drache, aber es schaut nach 20 Zügen schon wieder (oder noch immer) ziemlich friedlich aus, beobachtet weiter
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 18:31
Peter Martan schrieb:

Ich sehe das nur nicht so recht kommen, so lange nicht mal wieder was anderes als 6 Züge Mainstream Sizilianisch vorgesetzt wird,

Nr. 27 läuft inform des 11. Sizilianers
Parent - - By Lothar Jung Date 2021-10-24 19:39
Lc0 hat nicht die „Eier“ Koivisto einmal in 27 Spielen zu besiegen. Lc0 spielt zu harmlos. Dabei ist Koivisto ein relativ junges Programm.

Staunt

Lothar
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 20:22
Es sind die Eröffnungen, Lothar, staunt aber dennoch auch
Parent - - By Lothar Jung Date 2021-10-24 20:26
Es sind ausgeglichene Eröffnungen. Besser als die üblichen Harakiri Eröffnungen, die A/B Engines bevorzugen.

Lothar
Parent - - By Peter Martan Date 2021-10-24 20:58 Edited 2021-10-24 21:35
Eigenartiger Weise hat "ausgeglichen" im heutigen Engine- Schach eine Spannbreite, die über "Harakiri" noch hinaus geht, und eigentlich war das zwar schon immer so, aber es hat sich noch um ein paar Nummern in Richtung "ausgeglichen" verschoben.
Und davon abgesehen passen die zwei Engines halt wie Asche in Eimer (ich weiß schon, wie's richtig heißt, bin aber ein nobler Mensch, manchmal) zueinander mit diesen bestimmten Eröffnungsstellungen.
Ich hasse den Ausdruck "ausgeglichen" in dem Zusammenhang wirklich schon, aus nicht näher genannt werden wollenden Gründen, vielleicht noch mehr als du die "Harakiris", bemerkt am Rande...
Edit: Es hat sich mittlerweile erledigt, LC0 hat's endlich geschafft, aber wir sind uns ja wohl ziemlich einig, dass das nach 27 Remis schon ziemlich purer Zufall ist, hingegen wenigstens mit einer kleineren Errorbar, als wenn der eine Punkt schon früher gekommen wäre.
Also eigentlich eh auch im Sinne des Testers, halt nicht, was die Hardware- Zeit angeht, die er dafür investieren muss, nur noch zur Frage, warum ich diese und jene Eröffnungsstellungen noch mehr hasse als andere.
Und es geht ja hier eben nicht ums Engine- Testen, sondern um schöne Partien, und die gibt's mit Remis genau so häufig wie mit ganzen Punkten.

Edit, edit, ein Drache gegen einen Igel könnte übrigens auch eine ganz interessante Paarung sein.
Parent - By Benno Hartwig Date 2021-10-24 22:26

> dass das nach 27 Remis schon ziemlich purer Zufall ist


...und dies umso mehr, weil Lc0 auch mit eigenem Vorteil 2.5 bis 3.0 dann ewig lange noch völlig planlos hin und herzuschieben schien. (Sieht jemand das anders?)
Lc0s eigene Wertung schwankte in dieser Zeit munter (und durchblicklos?) zwischen 2.5 und 3.0 hin und her.
Ich hatte in dieser Phase schon sehr zu zweifeln begonnen, ob Lc0 das jetzt wirklich noch zu Ende bringen wird.
Hatte Lc0 vielleicht auch in dieser Phase einfach Glück, dass sich noch mal eine Chance für Lc0 auftat, aus der das Programm dann doch etwas machen konnte???

Ein "glücklicher LC0" eben?
Parent - - By Lothar Jung Date 2021-10-24 08:59
Ja, Koivisto und Scorpio sind die neuen Sterne am Schachhimmel.
Beide Opensource, beide in der Lage mit Dragon gleichzuziehen, beide spielen sehr gutes Schach.
Der Druck auf Lc0 wächst!

Lothar
Parent - - By Volker Göbel Date 2021-10-24 12:47 Edited 2021-10-24 12:49
Gleich die allererste Partie mit der 6.23 auf Infiniti  12+2 auf Zeit verloren.
Engine eingefroren und hat nicht mehr gezogen bis die Zeit abgelaufen war.

MfG
Parent - By Damir Desevac Date 2021-10-24 16:42
Koivisto kann Schach nur mit 101 Threads die gerade im TCEC benutzt sind  ( dass sind 50 richtige cores) gut spielen... mit 10 cores oder weniger spielt die Engine Mist...
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